Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


Ratgeber Elternunterhalt

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Selbstgenutzte Immobilie - Wie berechnet sich der Wohnwert?

Wenn Sie eine im Eigentum von Ihnen oder Ihrem Ehegatten stehende Immobilie bewohnen, hat dies Auswirkungen auf das bei der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigende Einkommen.

Die Gerichte ermitteln zuerst einen sogenannten Wohnwert. Nun könnte man auf den Gedanken kommen (so wie die Sozialämter dies früher gerne taten), dass der Wohnwert dem Mietzins entspricht, den Sie erzielen könnten, wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung vermieten würden. Dem ist aber nicht so!

Die Gerichte legen vielmehr einen sogenannten subjektiven Wohnwert zu Grunde: Dies ist der Mietzins, den Sie entrichten müssten, wenn Sie eine Ihren Lebensverhältnissen entsprechende Wohnung anmieten wollten. Und dieser subjektive Wohnwert liegt erfahrungsgemäß niedriger als der tatsächliche.

Verdeutlichen wir dies an einem Beispiel: Sie haben sich in jungen Jahren, als die Kinder noch zu Hause waren, ein schönes Haus mit vielen Zimmern gebaut. Die Wohnfläche beträgt 150 m2. Unterstellen wir mal, dass in Ihrer Wohngegend ein Mietzins von 8 Euro/m2 erzielbar ist, so beliefe sich Ihr tatsächlicher Wohnwert auf 1.200 Euro (gerechnet wird immer die Kaltmiete).

Die Gerichte gehen nun hin und ermitteln den subjektiven Wohnwert. Dabei stellt sich die Frage, wieviel Quadratmeter Wohnfläche ein Dritter in Ihrer Situation anmieten würde. Unterstellen wir mal, man käme für Sie und Ihren Ehegatten auf eine Fläche von 80 m2, so hätten wir einen subjektiven Wohnwert von 640 Euro (80 m2 x 8 Euro).

Nachdem der Wohnwert ermittelt wurde, stellt sich die Frage, inwieweit Zins- und Tilgungsleistungen zu berücksichtigen sind. Und auch hier ist die Rechtsprechung beim Elternunterhalt großzügig: Es können nicht nur die Zinsen abgesetzt werden, sondern auch die in den Raten enthaltenen Tilgungsanteile. Gleiches gilt für Prämien für eine Kapitallebensversicherung, wenn Sie damit ein sogenanntes endfälliges Darlehen tilgen wollen.

Die Gerichte sind nämlich der Auffassung, dass solche Tilgungszahlungen zwar der Vermögensbildung dienen (also prinzipiell nicht abgezogen werden dürfen), aber andererseits auch gleichzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge darstellen (und deshalb zumindest beim Elternunterhalt abgezogen werden dürfen).

Schauen wir uns die Auswirkungen an zwei Beispielen an:

Beispiel 1: Der subjektive Wohnwert entspricht bei den Eheleuten Müller auf 640 Euro. Die monatlichen Zins- und Tilgungslasten belaufen sich auf 940 Euro. Somit übersteigen die Belastungen den Wohnwert um 300 Euro, das anzurechnende Einkommen vermindert sich also um eben diese 300 Euro.

Beispiel 2: Der subjektive Wohnwert bei Familie Maier beläuft sich ebenfalls auf 640 Euro. Die Meiers müssen für die Zins- und Tilgungsleistungen aber nur noch 340 Euro im Monat aufwenden. Also übersteigt der Wohnwert die Belastungen um 300 Euro, das anzurechnende Einkommen erhöht sich also entsprechend.

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Mehr Informationen finden Sie hier: Ratgeber Elternunterhalt

 

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