Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


Ratgeber Elternunterhalt

4.5 von 5 Punkten


(666 Kundenrezensionen)
 
Forum Elternunterhalt >> Elternunterhalt >> Altersvorsorge - Immobilie

Thema: Altersvorsorge - Immobilie

Um zu diesem Thema einen Beitrag zu verfassen, müssen Sie angemeldet sein. Jetzt anmelden

Soilwork
03.04.2014, 11:23
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hätte mal eine Frage/Anregung.

Da ich gestern wieder so ein tollen Brief vom Landeswohlfahrtsverband im Briefkasten hatte, woraufhin ich für meine seit über einen Jahrzehnt psychisch kranke Mutter Elternunterhalt zahlen soll (Laut Rechner 200-300€)...

Da ich schon seit ein paar Monaten mit dem Gedanke spiele mir eine Immobilie zu kaufen, ich aber schnell gemerkt habe, dass es ohne Eigenkapital sehr schwer wird, war mein Plan für die kommenden Jahre eigentlich der gewesen, so ca. 15.000 bis 25.000 € im Hauruck-Verfahren (siehe Definition ganz unten) anzusparen (der tollen Maklergebühren + Grunderwerbssteuer + usw. (Hessen 5%) sei dank).

Jetzt kam mir der Verband wieder zuvor und verlangt die Offenlegung all meiner Ausgaben bzw. Vermögen (welches nicht vorhanden ist - Ansparung bisher ca. 1500€).

Jetzt ist meine Frage die: Da ich logischerweise auf Grund des Hauruck-Verfahrens wirklich kein Cent für die nächsten 2-3 Jahre über habe, die ich irgendwie abgeben könnte. Darf der Verband hier rechtlich überhaupt noch etwas verlangen? Ich mein ich plane ja langfristig. Und zu einer langfristigen Planung gehört es in diesem Fall halt eben dazu, das man unter Umständen sich stark einschränkt um die Sparziele für die notwendige Altervorsorge zu erreichen. Aus meiner Sicht kann man eigentlich immer argumentieren, das man in so einem Fall eines Erwerbs der Wohnimmobilie all sein zur Verfügung stehendes freie monatliche Einkommen zum Erreichen des Sparziels (individuell verschieden) benötigt.

Da das ganze individuell ist, sehe ich hier im Falle einer Abschmetterung durch das Gericht bei meiner Vorgehensweise, eine starke Einschränkung in mein individuelles Persönlichkeitsrecht nach dem Grundgesetz. Wie sieht es hier rechtlich aus?
Aus meiner Sicht ist das Sozialrecht hier nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbaren. Das ist aus meiner Sicht auch das eigentliche generelle Problem beim Elternunterhalt. Erst Recht von Härtefällen. Also wenn der pflegebedürtige schon weit vor Erreichen des Rentenalters auf Unterhalt angewiesen ist. Das wiederum führt zwangsläufig dazu, dass (studierte) Kinder, in diesem Fall selbst noch keine großartigen Möglichkeiten hatten, Vermögen aufzubauen. Wenn nun dem Kind schon zu Beginn der Karriere die zusätzliche monatliche Belastung aufgebürgt wird, obwohl es für sich selbst noch nicht mal vorgesorgt hat? Wie ist das mit unserem Grundgesetz zu vereinbaren? Aus meiner Sicht kann so etwas rein logisch gesehen, schon gar nicht rechtens sein.

Wenn ich jetzt nicht vorhätte mir eine Immobilie zuzulegen, wäre es sogar noch schlimmer. Mal angenommen, jemand bezieht sein Glück hauptsächlich aus Arbeiten und Leben und möchte einfach nur möglichst viel Netto im Monat zum Leben haben um jederzeit ein sorgenfreies und vor allem freies und unabhängiges Leben führen zu können. Laut der aktuell vorliegenden Definition von Elterunterhalt, ist so eine Person komplett aufgeschmissen, da sie den maximalen Betrag abgeben muss, für Dinge (wie in meinem Fall, keine altersbedingte Pflege, sondern Pflege auf Grund von einem Schicksalschlag) für die niemand etwas kann.
Man wird also indirekt vom Sozialamt zur Aufnahme von Schulden genötigt. Eigentlich sollten genau die Leute, die es schaffen ihr Leben ohne Aufnahme von Krediten zu meistern, belohnt und nicht abgestraft werden.

Aus meiner Sicht ist es die Aufgabe unseres "Sozial"-Staates genau für diese Härtefälle die Gelder zur Verfügung zu stellen. Das Sozialsystem hat in den letzten Jahren im Schnitt um die 15 Milliarden Euro "PRO JAHR" Überschuss gemacht, eben weil Bürger wie wir brav arbeiten gehen und Steuern an allen Ecken und Enden bezahlen, und für solche Härtefälle (< 5 % der Einwohner) soll dann nicht ausreichend Geld da sein um diese abzufangen? Da soll die Frage erlaubt sein? Was passiert mit diesem ganzen Geld?

Um mein bzw. so eine Art Problem zu lösen, sollte man also besser schauen, wo wird dieses Geld ungerechterweise ausgegeben, wo es eigentlich gar nicht ausgegeben werden dürfte, damit es für die zur Verfügung steht, für die es ursprünglich gedacht war ... für die sozial Schwachen.

---

Definition Hauruck-Verfahren: Leben einschränken auf das Nötigste (Wasser + Brot anstelle von Kantine auf der Arbeit, kein Urlaub bzw. nur Balkonien usw.)

marhin
03.04.2014, 11:54
Es gilt folgender allgemeiner Grundsatz:

Bedürftigkeit (seitens des Sozialhilfeempfängers) und Leistungsfähigkeit (seitens des unterhaltspflichtigen Kindes) müssen zeitgleich vorliegen, damit ein Unterhaltsanspruch entstehen kann





Also wenn der pflegebedürtige schon weit vor Erreichen des Rentenalters auf Unterhalt angewiesen ist.


Hier stellt schon die Frage, warum ist die Mutter bedürftig, und ist überhaupt ein Unterhaltsanspruch entstanden
dazu mehrere Fragen:

wie alt ist die Mutter?
unter welchen Umständen lebte sie vor Bezug von Sozialhilfe, und wie lebt sie heute?
was sind die Gründe für Sozialhilfebezug, welche Art von Sozialhilfe wird geleistet, und wie hoch ist die Sozialhilfe?
Gibt es einen Ehemann?
wie hoch ist ihr Einkommen?
ist sie Pflegebedürftig, wenn ja, welche Pflegestufe?
lebt sie in einem Heim, was für ein Heim ist es?

Um zu diesem Thema einen Beitrag zu verfassen, müssen Sie angemeldet sein. Jetzt anmelden

 

Sie haben noch Fragen?
Dann holen Sie sich die Antwort: 0900-11 22 11 44
Der Anruf kostet Sie aus dem Festnetz der deutschen Telekom nur 2,99 €/Minute, Preise aus anderen Netzen können abweichen