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Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: Frage zur den 5 Prozent des Bruttoeinkommens für die Altersvorsorges

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David
24.03.2014, 20:48
Hallo,

dem Unterhaltspflichtigen wird ja zugestanden, in Höhe von 5 Prozent seines Bruttoeinkommens zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben. Sein vorhandenes Vermögen ist in der Höhe geschützt, in der es aus einer solchen gebilligten Altersvorsorge aufgebaut wurde (Schonvermögen).

Um die Höhe des Schonvermögens zu berechnen, wird anscheinend immer auf die absolvierten Berufsjahre, das Jahresbruttoeinkommen und eine Rendite von 4 % abgestellt. Aber werden nicht dadurch diejenigen, die erst spät mit der Berufsausübung anfangen konnten, benachteiligt? Nimmt man als Unterhaltspflichtigen zum Beispiel einen promovierten Juristen oder Lehrer an, dann hat dieser mehrere Jahre mit dem Studium und der Promotion verbracht und musste anschließend noch ein zweijähriges Referendariat absolvieren. Fallen diese Zeiten bei der Berechnung des Schonvermögens unter den Tisch oder werden sie irgendwie angerechnet?

Viele Grüße
David
marhin
25.03.2014, 11:23
1. Sparen für die Altersvorsorge

bis zur Beitragsbemessungsgrenze Rente, liegt in diesem Jahr bei 71.400, kann bis 5% vom Brutto gespart werden
liegt das Einkommen darüber, für den überschiessenden Betrag darf 25% gespart werden


der Versuch, über diese Prozentsätze hinauszugehen, dürfte von den Sozialämtern abgeschmettert werden
ein Gericht könnte einen höheren Betrag eventuell akzeptieren
Begründung: Versorgungslücke


"Zwar kann im Einzelfall unter Berücksichtigung besonderer Umstände auch ein höherer Abzug für die sekundäre Altersvorsorge gerechtfertigt sein, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass die angemessene Altersversorgung des auf Zahlung von Elternunterhalt in Anspruch genommenen Kindes nicht sichergestellt ist. Das setzt jedoch voraus, dass eine Versorgungslücke vorhanden ist, die die Aufrechterhaltung eines angemessenen Lebensstandards des Unterhaltspflichtigen im Alter nicht gewährleistet"

aus dem Beschluss des OLG Hamm,
II-9 UF 64/12 v. 29.10.2012



2. auf diesen hier genannten Sätzen wird das Vermögen für die Altersvorsorge berechnet,
also aus der Vergangenheit

Beispiel:
15 Jahre unterhalb der Bbg = 5%
10 Jahre oberhalb, dann für unterhalb 5%, darüber 25%
= max. Schonvermögen
liegt das tatsächliche Vermögen für die Altersvorsorge darunter, alles ok
wenn darüber ........? offen




Viele Unterhaltspflichtige glauben, das nur das angesparte Vermögen für die Altersvorsorge Schonvermögen ist

Dies ist falsch, Schonvermögen kann auch sein

- Altersvorsorge
- Rücklage für Reparaturen Immobilie
- Rücklage für späteren Hauskauf
- Rücklage für die Notfälle des Lebens
- Rücklage für Ersatz für PKW
- Rücklage für die eigene Beerdigung
- Rücklage für späteres Studium der Kinder
- eigengenutzte Immobilie
- vermietete Immobilie
etc.
Entscheidend ist also auch, wie ich das vorhandene Vermögen deklariere
zu dieser Thematik gibt auch entsprechende Urteile
marhin
25.03.2014, 12:15
die Höhe des Schonvermögens für die Altersvorsorge ist abhängig vom der bisherigen Erwerbsbiografie und eventuellen Lücken, Studium, Arbeitslosigkeit, etc.
gerechnet wird ab Beginn des Erwerbsleben

das Ziel ist, der Unterhaltspflichtige soll bei Beginn der Regelrente mind. den Selbstbehalt erreichen können, damit er nicht anderen zu Last fällt

eine Überschlagsrechnung könnte folgendermassen aussehen

heutige Rentenanwartschaft, beispielsweise 1000 €
der heutige Selbstbehalt beträgt 1600 €

die Differenz von 600 € mulipliziert mit den Jahren der Lebenserwartung ab Eintritt reguläre Rente, beispielsweise 20 Jahre, ergibt ein Schonvermögen für die Altersvorsorge von ca. 145.000 €
als Kontrollrechnung

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