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Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Forum Elternunterhalt >> Elternunterhalt >> (Mit-) Selbstverschuldete Pflegebedürftigkeit

Thema: (Mit-) Selbstverschuldete Pflegebedürftigkeit

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MM-AT750
25.07.2013, 12:23
Liebe Forumsteilnehmer,

bei mir (uns) ist folgender Fall: meine Mutter ist in einem Pflegeheim wegen eine psychischen Erkrankung untergebracht. Diese psychische Erkrankung hat aber ein jahrelanges Vorspiel und begann Mitte der neunziger Jahre. In den letzten rund 13 Jahren war sie deswegen unzählige Male im psychatrischen Krankenhaus und in Behandlung, hat aber:

- grundsätzlich die Klinik gegen den Rat der Ärzte verlassen
- grundsätzlich die Einnahme ihrer Medikamente verweigert, eher sogar boykottiert
- keinerlei Einsicht in ihre Erkrankung gezeigt
- sie bagatellisierte ihre Erkrankung
- keinerlei Hilfsangebote von psychatrischen Diensten angenommen

In nahezu jedem Krankenhausbericht ist dieses dokumentiert (liegen mir alle vor) und schon zu Beginn an wiesen die Ärzte darauf hin, dass mit diesem Verhalten eine zukünftige schlechte Prognose für ihre Gesundung zu erwarten sei.

Die Einweisungen erfolgten fast immer auf richterliche Anordnung zum Fremd- und Eigenschutz, doch nach Ablauf der 6 Wochen fing alles wieder von vorne an.

Natürlich gab es zwischendurch auch immer mal wieder Episoden, in denen meine Mutter "ganz normal" war. Wir Kinder haben sie bekniet, sich in permanente psychatrisch-ärztliche Behandlung zu begeben und ihr auch nahegelegt, dass wir irgendwann für ihre Uneinsichtigkeit "die Zeche" bezahlen müssen. Es war absehbar, dass ihre Rente keineswegs reichen würde, sollte sie diesbezüglich zum Pflegefall werden; leider alles ohne Erfolg.

Seit rund 3-4 Jahren ist sie nun im Pflegeheim und prompt kommt der Leistungsträger und fordert nun eine Beteiligung an den Unterbringungskosten.

Wie seht ihr hier die Chance, dass man in diesem Fall eine selbstverschuldete Pflegebedürftigkeit geltend machen kann? Es ist mir klar, dass ich hier diesbezüglich keine allgemeingültige Antwort erhalten kann, aber vielleicht gibt es diesbezüglich ja Erfahrungswerte.

Ich danke euch herzlich.

Gruß
Marco
marhin
25.07.2013, 13:22
Um eine Einschätzung abgeben zu können, werden noch einige Info's benötigt:

wie alt ist die Mutter?
lebt der Vater noch?
hat die Mutter gearbeitet vor Pflegeheim?
welches Einkommen hat die Mutter, welche Art von Einkommen heute?
warum damals ins Pflegeheim, oder war dies eher eine psych. Klinik?
wie wurde der Aufenthalt die letzten 3-4 Jahre finanziert?
wieso kommt erst jetzt das Sozialamt?
welche Pflegestufe?
wie hoch sind die Heimkosten?
ist dies ein "normales" Altenpflegeheim?
in welchem Bundesland befindet sich das Heim?

In welcher Form haben die Kinder unter der Mutter gelitten?
MM-AT750
25.07.2013, 15:00
Hallo marhin,

zunächst mal danke für dein Feedback, die Antworten sind wie folgt:

wie alt ist die Mutter? --> 72 Jahre

lebt der Vater noch? --> nein, verstorben 2008

hat die Mutter gearbeitet vor Pflegeheim? --> nein

welches Einkommen hat die Mutter, welche Art von Einkommen heute? --> Rente und Witwenrente in Höhe von ca. 1.000,00 €

warum damals ins Pflegeheim, oder war dies eher eine psych. Klinik? --> auf Anraten des behandelnden Psychologen, das Haus ist ein Heim für psychisch erkrankte Menschen

wie wurde der Aufenthalt die letzten 3-4 Jahre finanziert? --> durch das Landratsamt (Sozialleistung)

wieso kommt erst jetzt das Sozialamt? --> die kamen auch schon vor ca. 2-3 Jahren, damals war aber die Einkommenssituation eine andere und ich war unter der Grenze

welche Pflegestufe? --> Pflegestufe I

wie hoch sind die Heimkosten? --> ca. 2.500,00 €

ist dies ein "normales" Altenpflegeheim? --> nein, ein Heim für psychisch erkrankte Menschen

in welchem Bundesland befindet sich das Heim? --> Baden-Württemberg

In welcher Form haben die Kinder unter der Mutter gelitten? --> das ist relativ, bei mir führte die Hoffnungslosigkeit zeitweise zum vollständigen Kontaktabbruch. Gelitten habe ich darunter nicht wirklich, ich war aber natürlich wütend und enttäuscht wegen dieser Borniertheit.
marhin
25.07.2013, 16:08
Ich habe es schon geahnt, kein "normales" Altenpflegeheim, sondern ein Heim für psychisch erkrankte Menschen

bei Einkommen von 1000 € und PV von 1000 € bei Pflegestufe 1 = 2000 €
Differenz zu den Heimkosten 500 €
wer bezahlt die Differenz und wofür?
welche Art von Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege?)oder andere Sozialleistungen werden erbracht?


zahlt die Krankenkasse nichts?

in diesem speziellen Heim werden normalerweise überwiegend psychische Betreuungsleistungen erbracht, warum sonst dieses Heim

werden solche Leistungen erbracht?



meine bisherige Einschätzung:
Verwirkung nach § 1611 BGB, aus meiner Sicht wenig Erfolgsaussichten, da
- bei 1000 € Einkommen, kein Vorwurf der mangelnden Altersvorsorge
- kein zu missbilligendes Verhalten gegenüber den Kindern
marhin
25.07.2013, 16:50
aus welchen Kostenarten setzen sich die 2500 € zusammen?

Unterkunft?

Verpflegung?

Pflege?

Invest.kosten?

sonst. Kosten?


wie hoch sind die einzelnen Kostenarten?

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