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Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Forum Elternunterhalt >> Elternunterhalt >> Angeblich 25% statt 5% Abzug der Tilgungsraten als Altersvorsorge bei gewerblicher Vermietung

Thema: Angeblich 25% statt 5% Abzug der Tilgungsraten als Altersvorsorge bei gewerblicher Vermietung

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Speckbulle
18.05.2016, 12:28
Zur Zeit habe ich viele Fragen,

danke das Ihr Euch immer die Zeit nehmt auch
wenn viele aus eurer Sicht wahrscheinlich dumm sind.


Ich bin auf was komisches gestoßen, aber es würde mich betreffen, also frag ich denoch. Auf einer Elternunterhalt Seite schreibt eine Anwältin in einem Artikel zu RENDITEOBJEKTEN, also gewerblich vermieteten Objekten. z.B. Büros, ohne zub. Wohnung vermieteten Garagen, oder u.U auch Ferienimmobilien folgendes:

(Hier nur der relevante Auszug)

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Die Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung sind übrigens Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit. Hierfür gelten also die vollen 25 Prozent (kleiner Vorgriff, wieviel Sie für die zusätzliche Altersvorsorge ausgeben dürfen).
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Ich habe davon noch Nie gehört, bei reinen Selbstständigen wärs ja klar,
aber bei normalen Angestellten mit vermieteter Renditeimmobilie.
Dann würde ja quasi anteilig zwischen 5% und 25% Altervorsorge gemixt.

Was meint Ihr, ist das totaler Quatsch?

(Auf Wunsch kann ich den Link angeben, weiss aber nicht ob man das in diesem Forum einfach darf)


MfG

Speckbulle
marhin
18.05.2016, 12:37
reine Mieteinnahmen bedeuten nicht Selbständigkeit

der Abzug von Altersvorsorge nur bei unselbständiger Erwerbstätigkeit oder echter Selbständigkeit
Joschau
18.05.2016, 14:05
Hallo Speckbulle,

was die Kollegin da schreibt, ist auch nach meiner Auffassung richtig!

Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sind auch nach meiner Auffassung 25 % der Bruttoeinkünfte aus Vermietung und Verpachtung als Altersvorsorge einkommensmindernd zu berücksichtigen.

Diese Frage ist aber bisher – nach meiner Kenntnis – gerichtlich noch nicht entschieden.
marhin
18.05.2016, 14:39
der BGH hat diese Frage bisher nicht eindeutig beantwortet,

aus BGH, Urteil vom 14. Januar 2004 - XII ZR 149/01

a) Einem Unterhaltspflichtigen ist bei der Inanspruchnahme auf Elternunterhalt grundsätzlich zuzubilligen, etwa 5 % seines Bruttoeinkommens für eine - über die primäre Altersversicherung hinaus betriebene - zusätzliche Altersvorsorge einzusetzen.

> hier ist vom Bruttoeinkommen die Rede, genaue Definition fehlt

im gleichen Urteil wird ausschließlich Bezug genommen auf Erwerbstätige

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auch auf Kapitalerträge hat der BGH keine Altersvorsorge genehmigt

s. auch unterhaltsrechtliche Leitlinien

1.6 Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Kapitalvermögen ergeben sich aus der Differenz zwischen Einnahmen und Werbungskosten. Für Gebäude ist in der Regel keine AfA anzusetzen.

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die Abzugsfähigkeit von Altersvorsorge hat immer einen Bezug zur primären Altersversorgung (gesetzliche Rente), darum heißt die Abzugsfähigkeit der Altersversorgung auch sekundäre Altersversorgung
marhin
18.05.2016, 14:50
aus Urteil des BGH, vom 19.02.2003 - XII ZR 67/00

Bei Nichtselbständigen erfolgt die (primäre) Altersversorgung im Regelfall
durch die gesetzliche Rentenversicherung, bei Beamten wird sie durch die
Beamtenversorgung gewährleistet.

Wenn für den Unterhaltspflichtigen indessen keine Sozialversicherungspflicht als abhängig beschäftigter Arbeitnehmer mehr besteht, ist ihm eine seinen Einkommensverhältnissen entsprechende Altersversorgung durch die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr möglich.

In einem solchen Fall ist ihm wie einem Selbständigen zuzubilligen, anderweit für sein Alter in angemessener Weise Vorsorge zu treffen.

Dabei kann die Angemessenheit von Vorsorgeaufwendungen grundsätzlich bejaht werden, soweit sie sich im Verhältnis zu den erzielten Einkünften nach Beitragshöhe oder Anspruchshöhe orientiert.
Als Richtmaß kann deshalb in Anlehnung an die Beitragssätze zur gesetzlichen Rentenversicherung (bis März 1999: 20,3 %, von April bis Dezember 1999: 19,5 %, von Januar bis Dezember 2000: 19,3 % und ab Januar 2001: 19,1 %) ein Anteil von etwa 20 % des Bruttoeinkommens als für die primäre Altersversorgung angemessen angesehen werden
fridolin
18.05.2016, 18:27
Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sind auch nach meiner Auffassung 25 % der Bruttoeinkünfte aus Vermietung und Verpachtung als Altersvorsorge einkommensmindernd zu berücksichtigen.
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Nicht grundsätzlich.

Man muss unterscheiden ob jemand ein Gewerbe betreibt oder einfach nur eine Wohnung vermietet.

Wer z.B. Zweifamilienhaus gebaut oder gekauft hat, in einer Wohnung selbst wohnt und die andere vermietet, betreibt das in der Regel nicht gewerblich.

Das läuft dann unter "Nutzung von Vermögen".

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