Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Forum Elternunterhalt >> Elternunterhalt >> Schulgeld und Fahrtkosten der Kinder

Thema: Schulgeld und Fahrtkosten der Kinder

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Daniela
16.05.2016, 18:26
Hallo,
ich habe von Sozialamt die Aufforderung bekommen, meine Einkommen- und Vermögenswerte offen zu legen.
Nun meine Frage dazu:
Wir haben uns vor 6 und 2 Jahren dazu entschlossen, unsere Kinder auf eine Privatschule zu schicken. Beide Kinder fühlen sich sehr wohl und werden dort voraussichtlich auch ihre Abschlüsse machen.
Kann ich das Schulgeld als Kosten abziehen und wird dies anerkannt?
Die Schule liegt nicht in der Nähe und so müssen beide Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Dafür wurde eine entsprechende monatlich Abo-Karte beantragt (und bezahlt). Kann ich diese Kosten auch mit aufgeben? Im Formular sehe ich nur meine Kosten zur Arbeisstelle.
Kann ich gezwungen werden, die Kinder von der Schule zu nehmen?
Vielen Dank schon mal.
Daniela
fridolin
17.05.2016, 07:57
Kann ich das Schulgeld als Kosten abziehen und wird dies anerkannt?
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Ja! Muss anerkannt werden.

Der Unterhalt für die Kinder geht vor.
fridolin
17.05.2016, 08:04
Dafür wurde eine entsprechende monatlich Abo-Karte beantragt (und bezahlt). Kann ich diese Kosten auch mit aufgeben? Im Formular sehe ich nur meine Kosten zur Arbeisstelle.
---
Ja, im Formular müsste aber eine Rubrik sonstiges enthalten sein.

Sollte das SA diese Kosten nicht anerkennen und meinen der Unterhalt laut Düsseldorfer Tabelle sei ausreichend, dann interpretieren sie die Düsseldorfer Tabelle falsch.


Es wird im Forum wird immer wieder der Rat gegeben, Auskünfte nicht in dem vorgedruckten Formular zu geben sondern formlos auf leeren Blättern, getrennt nach UHP und Ehegatten. Dabei kann man den Vordruck als Gedankenstütze nehmen.

Es gilt: Eine Auskunft muss vollständig, wahr und systematisch sein.

Der Vorteil ist, dass man mehr Platz zur Verfügung hat und alle Ausgaben ausführlich erklären kann.
fridolin
17.05.2016, 08:05
Kann ich gezwungen werden, die Kinder von der Schule zu nehmen?
---

Wie bitte?? Lies mal den Art 6 GG.


Art. 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.


Über Elternunterhalt steht nichts im GG.
Daniela
18.05.2016, 10:11
Vielen Dank für die Antworten. Wegen der Schule bin ich sehr beruhigt.

Ein, zwei Fragen habe ich noch.

Im Hinweis zum Auskunftsersuchen steht bei Belastungen auch Beiträge zu öffentlichen und privaten Versicherungen u.a. Haftpflichtversicherung und Hausrat. Im Antrag selber wurden diese zwei Felder von der Sachbearbeiterin des Sozialamtes gestrichen. Kann ich diese Beträge ansetzten? Wenn ja wie; ich zahlen die Beiträge jährlich.

Nach Eingang des Auskunftsersuchen wurde von Freunden mir geraten, Einspruch zu erheben. Im Auskunftsersuchen selbst steht, dass eine Widerspruch nicht zulässig ist, ich aber Gründe angeben kann, warum ich kein Unterhalt zahlen möchte/kann.
Werden schlechte Verhältnisse zum Bedürftigen überhaupt akzeptiert? Z.B. wenn das Verhältnis auf Kindheitstagen zurück zu führen ist?

Auch hier sag ich schon einmal Danke für die Beantwortung.

Daniela
fridolin
18.05.2016, 18:39
Einspruch einlegen kann man, wenn man mit der Forderung des SA nicht einverstanden ist, aber es gibt kein förmliches Widerspruchsverfahren. Das ist so ähnlich als wenn ein Handwerker eine Rechnung stellt. Wenn ich nicht einverstanden bin, dann zahle ich nicht. Dann muss der Handwerker klagen. Hier klagt dann halt das Sozialamt, allerdings nicht beim Sozialgericht, sondern beim Familiengericht.

Haftpflicht, Hausrat- und Rechtschutzversicherungen werden in der Regel nicht anerkannt, da es sich in der Regel um kleinere Beträge handelt.

Ich würde trotzdem alle Versicherungen aufführen. Wenn jährlich gezahlt, dann einfach durch 12 teilen.

Man muss auch den Vordruck nicht verwenden und kann alle Angaben getrennt nach UHP und Ehegatten formlos auf leeren Blättern machen. Dann hat man Platz, um Erläuterungen hinzu zu fügen usw.

Wichtig ist, dass die Auskunft vollständig und systematisch erfolgt.

Einfach nur schlechte Verhältnisse kann man vergessen. Wenn nicht etwas gravierendes vorgefallen ist, kommt man damit nicht durch. Gravierend wäre z.B.

- Kindesmissbrauch
- schwere körperliche Misshandlungen
- Kein Unterhalt gezahlt

usw.

Daniela
18.05.2016, 19:21
Lieben Dank. So hatte ich es auch vor, eine Übersicht der Ausgaben auf ein Extra-Blatt.
Ob mein Grund gravierend ist oder nicht, weiß ich nicht. Ich werde es trotzdem versuchen. Ich werde berichten.
Vielen Dank.
Daniela

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