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Thema: Durchschnittliches Einkommen beim Selbständigen

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Controller
09.03.2016, 12:23
Moin :-), der UPE fragt sich grade die triviale Frage, wie sich das durchschnittliche Einkommen beim Selbstständigen berechnet?

Einkommen ./. Steuern und weitere Ausgaben sind ja das "bereinigte Einkommen".

Wenn der SHT das Einkommen berechnet, nimmt er das Brutto-Einkommen der letzen 3 Jahre oder das bereinigte?

BEISPIEL:

Jahr 01 = 100 TEURO ./. 30 TEURO Steuern = 70 TEURO
Jahr 02 = 80 TEURO ./. 40 TEURO Steuern = 40 TEURO
Jahr 03 = 50 TEURO ./. 10 TEURO Steuern = 40 TEURO

Wie hoch ist denn nun das Einkommen, was der SHT als Grundlage nimmt?
QuerDenker
09.03.2016, 18:43
"Bei Einkünften aus selbständiger Tätigkeit oder aus Gewerbebetrieb wird regelmäßig an den Gewinn (§ 4 Abs. 1, Abs. 3 EStG) aus einem zeitnahen Dreijahreszeitraum angeknüpft. Mit der Vorlage der ESt-Bescheide und der entsprechenden Bilanzen mit G+V-Rechnung oder den Einnahme/Überschuss-
Rechnungen wird der besonderen Darlegungslast (BGH FamRZ 93, 789, 792) in der Regel genügt. Auf substantiierten Einwand sind gegebenenfalls weitere
Erläuterungen vorzunehmen oder Belege vorzulegen. Zu Ansparabschreibungen /
Investitionsabzugsbeträgen und zur Beachtung von Besonderheiten der
Einkommensentwicklung siehe BGH FamRZ 2004, 1177 -1179.
Zur Berechnung des Einkommens für vergangene Zeiträume vgl. BGH FamRZ 2007, 1532ff. ( 1534, Tz. 23). "

So z.B. die LL Frankfurt. Schau am besten mal in deine.
Controller
09.03.2016, 19:29
Vielen Dank :-), aber daraus werde ich überhaupt nicht schlau.

Dann würde der SHT ja nur auf den durchschnittlichen Gewinn gehen, habe ich das richtig verstanden?

Da das durchschnittliche Einkommen wesentlich höher ist, als das derzeitige, rechnet sich das Sozi das Einkommen hoch und simuliert aber nur eine fiktiv errechnete Steuer aus dem derzeitigen, niedrigen Einkommen.

QuerDenker
09.03.2016, 20:00
Dann würde der SHT ja nur auf den durchschnittlichen Gewinn gehen, habe ich das richtig verstanden?

Da das durchschnittliche Einkommen wesentlich höher ist, als das derzeitige, rechnet sich das Sozi das Einkommen hoch und simuliert aber nur eine fiktiv errechnete Steuer aus dem derzeitigen, niedrigen Einkommen.

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Ja ist nun mal so. Jedes Einkommen schwankt. Auch bei nicht Selbständigen. Weil aber Selbständige höhere Schwankungen haben, mal ein gutes Geschäftsjahr, mal ein schlechtes, ermittelt man das Durchschnittseinkommen der letzten drei Jahre.
QuerDenker
09.03.2016, 20:08
simuliert aber nur eine fiktiv errechnete Steuer aus dem derzeitigen, niedrigen Einkommen.
---

Die Steuer muss schon dem zugrunde gelegten Durchschnittseinkommen entsprechen.
marhin
09.03.2016, 22:02
aus dem Urteil des BGH, Urteil vom 2. 6. 2004 – XII ZR 217/01


[41] 4. Auch aus einem anderen Grunde erweist es sich als verfehlt, der Einkommensermittlung die in den Vorjahren erzielten Gewinne des Antragstellers zugrunde zu legen. Zu Recht macht die Revision geltend, das Berufungsgericht habe den – von der Antragsgegnerin nicht bestrittenen – Vortrag beachten müssen, seine Einnahmen seien rückläufig, weil ein bei ihm beschäftigter Dozent gekündigt habe und auch seine Lebensgefährtin wegen der Geburt eines Sohnes nicht mehr in seinem Betrieb mitarbeiten könne, so daß er seine Umsätze nur noch allein erzielen könne.
[42] Dem steht nicht entgegen, daß der Jahresgewinn 2000 (vor Steuern) unstreitig 88.938 DM betrug und sich damit in dem Rahmen bewegte, den das Berufungsgericht anhand der Ergebnisse der Vorjahre zugrundegelegt hat. Denn die Umstände, die die Struktur des Betriebes des Antragsgegners entscheidend verändert haben, sind erst im Laufe des Jahres 2000 eingetreten und können sich somit auf dieses Jahr nur teilweise ausgewirkt haben. Deshalb erscheint es nicht gerechtfertigt, auch für das Jahr 2001 ein Durchschnittseinkommen zugrunde zu legen, das in einem Zeitraum erzielt wurde, der zum größten Teil noch durch nicht unerheblichen Fremdpersonaleinsatz gekennzeichnet war (Personalkosten 1999 57.587,78 DM und 2000 53.106,06 DM).
[43] Wegen der Unsicherheit der weiteren Entwicklung hätte das Berufungsgericht daher nicht von einer weiteren Steigerung des Jahresgewinns 2001 auf (299.943,31 DM: 3 =) rund 100.000 DM ausgehen, sondern allenfalls den 2000 erzielten Gewinn vor Steuern als auch für 2001 erzielbar ansehen dürfen.
[44] III. Nach alledem kann die angefochtene Entscheidung keinen Bestand haben.
Controller
10.03.2016, 08:15
Das Urteil kannte ich noch nicht :-), ich dachte immer, an dem 3 Monatsdurchschnitt kommt man nicht vorbei.

Welche Altersvorsorge kann denn dann unschädlich verwendet werden.? 25 % vom Durchschnittseinkommen oder 25 % vom derzeitigen?

Der UPE könnte dann wenigstens die AV ausreizen und nicht später auf die Nase fallen.
marhin
10.03.2016, 08:30
in diesem Fall vom Vorjahr
Controller
10.03.2016, 09:12
Das ist passend, das Vorjahr war das höchste :-)
marhin
10.03.2016, 09:22
in diesem Fall vom Vorjahr

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damit keine Missverständnisse aufkommen, diese Aussage bezieht sich auf den Fall, das der Gewinn von Jahr zu Jahr gesunken ist
Controller
10.03.2016, 10:24
Ah ok, dann geht es leider nicht.

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