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Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: Finanzierung der Eigentumswohnung?

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l00kus
09.11.2015, 07:44
Schönen guten Morgen,

ich zweifel... ob zwei Bausparverträge zur Heranziehung von Elternunterhalt herhalten müssten. Ein erster Bausparvertrag soll 10 Jahre laufen und im Anschluss durch einen anderen Bausparvertrag ersetzt werden.

Gestaltet sich so, dass der erste Bausparvertrag vorerst mit kleineren Raten befüllt wird, aber um das Finanzierungskonzept einzuhalten, mit ca. 1500 Euro jährlichen Sonderzahlungen befüllt wird. Geplant ist nämlich auf den Stichtag genau, d.h. nach 10 Jahren, diesen zur Tilgung der Immobilie einzusetzen und im Anschluss die Restschuld mit einem weiteren Bausparvertrag (ohne Sondertilgung) zu tilgen.

Beide Bausparverträge werden, direkt zu Eröffnung, als Vertrag zur Tilgung der Immobilie definiert. Problematisch sind für mich die Sonderzahlungen.

Gibt es Informationen, Urteile oder sonstige Nachteile zu Sonderzahlungen im Rahmen einer Baufinanzierung?


Danke & Gruß
QuerDenker
09.11.2015, 08:04
ich zweifel... ob zwei Bausparverträge zur Heranziehung von Elternunterhalt herhalten müssten. Ein erster Bausparvertrag soll 10 Jahre laufen und im Anschluss durch einen anderen Bausparvertrag ersetzt werden.
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Dein Bausparer wird wohl wie folgt berücksichtigt werden.
Im Rahmen deiner eigenen Altersvorsorge darfst du 5% von deinem Brutto sparen. Angenommen die 5% entsprechen 200,- EUR und du zahlst nur 100,- EUR in den Vertrag. Dann darfst du noch weitere 100,- sparen. Diese z.B. auf ein Festgeldkonto monatlich einzahlen und dann jährlich in die Sonderzahlung des Bausparers, durch aus denkbar.

Aber wenn deine 5% Quote ausgereizt ist, dann hast du Pech. Angenommen du steckst schon 250,- monatlich in den Bausparer. Dann könnten max 50,- noch als verbindliche Belastung anerkannt werden, da du ja aufgrund des Sparvertrages nicht über das Geld verfügen kannst. Aber die Sonderzahlungen m.E. auf keinen Fall mehr in dieser Situation, denn die sind ja kein muss.
Du musst dir folgenden Grundsatz vor Auge halten. Durch die Bedürftigkeit deines Angehörigen sind auch seine Interessen zu berücksichtigen. Du kannst also nicht nur dein Interesse und das Interesse des Gläubigers in den Vordergrund stellen. Alle Interessen sind zu berücksichtigen. Insofern ist auch ggf. auch mal zumutbar Schulden zu strecken.
l00kus
09.11.2015, 21:13
Vielen Dank für die Antwort!

Ich nehme an, dass die 250 Euro und damit der 50 Euro "Überschuss" als Beispiel dienen und keiner Grenze entsprechen. Somit könnte ich die 1500 Sondertilgung pro Jahr lieber als monatliche Aufwendung zum Bausparvertrag hinzurechnen und wäre auf der sicheren Seite.

Wie verhält es sich eigentlich mit Sparkonten (Tagesgeldkonten), auf welchen man z.B. für das Studium der Kinder, ein neues Auto und/oder die Sanierung/Instandhaltung spart?

Danke & Gruß
fridolin
09.11.2015, 23:21
als Beispiel dienen und keiner Grenze entsprechen.
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Die Grenze sind die 5% vom Brutto, die maximal als sekundäre Altersvorsorge anerkannt wird. Wird mehr gespart, so muss das aus dem Selbstbehaltstopf genommen werden.
fridolin
09.11.2015, 23:29
Wie verhält es sich eigentlich mit Sparkonten (Tagesgeldkonten), auf welchen man z.B. für das Studium der Kinder, ein neues Auto und/oder die Sanierung/Instandhaltung spart?
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Sparen für die Zukunft der Kinder muss aus dem Selbstbehalt erfolgen.
Wenn das Auto beruflich genutzt wird kann man Fahrtkosten pauschal absetzen. In der Pauschale sind in der Regel alle Kosten des Fahrzeugs und für ein neune Fahrzeug enthalten. Wenn bei der RWA das Auto schon alt war, könnten Rücklagen für ein neues Fahrzeug anerkannt werden, bzw. ein Kredit.
Wenn dem Einkommen ein Wohnwert für die selbstbewohnte Immobilie zugeschlagen wird, kann man auch Rücklagen für Instandhaltung ansparen. Diese Rücklagen hängen stark vom Alter und der Dringlichkeit von Sanierungsmaßnahmen ab. Sanierung heißt aber Werterhaltung, nicht Wertverbesserung.

Die Beschränkungen können im Prinzip jedoch nur für den UHP selbst gelten, nicht für den Ehepartner, wenn dieser ein eigenes Einkommen hat.
QuerDenker
10.11.2015, 07:22
Ich nehme an, dass die 250 Euro und damit der 50 Euro "Überschuss" als Beispiel dienen und keiner Grenze entsprechen. Somit könnte ich die 1500 Sondertilgung pro Jahr lieber als monatliche Aufwendung zum Bausparvertrag hinzurechnen und wäre auf der sicheren Seite.
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Ja, war ein Bsp..
Bedenke, die Tilgungsleistungen für die Immobilie sind auch Vermögensaufbau, sprich sparen, sprich eigene Altersvorsorge. Man würde diese also mit einberechnen in die 5 %ige AV.
marhin
18.11.2015, 17:53
Im Rahmen deiner eigenen Altersvorsorge darfst du 5% von deinem Brutto sparen.

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ist das Einkommen jedoch höher als die Beitragsbemessungsgrenze Rente, dann dürfen darüber zusätzlich bis zu 20 % abgezogen werden

die Höhe des unterhaltsmindernde Sparens für die Altersvorsorge ist abhängig von der von Höhe des Bruttoeinkommens des Vorjahres


s. dazu die jeweiligen unterhaltsrechtlichen Leitlinien der OLG's
Dietmar
06.01.2016, 03:30
Gehört die Zins und Tilgungsleistung des eigenen bewohnten Eigenheims auch zu der 5% Altersvorsorge
QuerDenker
06.01.2016, 06:44
Nur die Tilgung. Tilgung = Vermögensaufbau. Der Zins nicht. Wenn das Darlehen bereits vor dem EU bestand, dann müsste der Zins als Schuldverbindlichkeit anerkannt werden. Es war eben eine Disposition (Schuldenaufnahme) vor dem EU. Die Tilgungsraten stehen definitiv nicht zur Verfügung.

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