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Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: Gespräch mit dem Sozialamt. Kann das überhaupt wahr sein?

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Juliale
08.07.2015, 12:51
Hallo liebe Forenmitglieder,

ich habe gerade bezüglich des Elternunterhaltes mit dem Sozialamt telefoniert. Es wurden folgende Aussagen getroffen:

- Wenn ich in Schichten arbeite, muss ich monatlich meine Gehaltsabrechnung einsenden, damit der Unterhalt monatlich neu berechnet werden kann.

- Eine Altervorsorge ist nur als Versicherung oder Riesterrente möglich. Eine einfache Anlage auf dem Sparkonto ist nicht möglich.

- Ein Auto ist nicht nötig, da ich in der Stadt wohne- daher muss ich dafür auch nicht sparen, das hat mit em Elternunterhalt nichts zu tun.

- Schulden wären sowieso nicht anzurechnen.

- Erhöhte Mietkosten können eventuell einberechnet werden, müssen aber nicht.

Generell ist zu sagen, dass für meine Situation an sich weder Verständnis noch unterstützende Worte gefunden wuren. Da war ich wohl etwas brachial naiv.

Spätestens jetzt habe ich das Gefühl, ich muss zu einem Anwalt. Was tun?
fridolin
08.07.2015, 14:12
ich habe gerade bezüglich des Elternunterhaltes mit dem Sozialamt telefoniert. Es wurden folgende Aussagen getroffen
---
Mein gutgemeinter Rat für die Zukunft:

Nie mit dem SHT telefonieren. Nie persönlich vorsprechen. Alles nur schriftlich abwickeln.

Vorteile.

Man hat alles schwarz auf weiß und könnte alles belegen, falls es zu einer Klage kommen sollte.

Man kann jeden Satz genau überlegen und überprüfen und ggf. ändern. Gesprochenes lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Man hat Zeit zu antworten und kann sich inzwischen informieren.
fridolin
08.07.2015, 14:15
- Wenn ich in Schichten arbeite, muss ich monatlich meine Gehaltsabrechnung einsenden, damit der Unterhalt monatlich neu berechnet werden kann
---
Dafür gibt es m.E. keine rechtliche Grundlage. Ich würde mir die rechtliche Grundlage nennen lassen.
fridolin
08.07.2015, 14:26
- Eine Altervorsorge ist nur als Versicherung oder Riesterrente möglich. Eine einfache Anlage auf dem Sparkonto ist nicht möglich.
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Das ist eindeutig falsch. Der BGH überlässt es dem UHP, wie er seine Altersvorsorge anlegen möchte, auch ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto ist möglich.

Nur sollte man - um alle Einwände sofort entkräften zu können - folgendermaßen vor gehen.


Neues Tagesgeldkonto anlegen. Das wird bei den meisten Banken kostenlos geführt.
Auf dieses Tagesgeldkonto sollte nur eingezahlt werden - Text: Altersvorsorge. W

Ggf. lohnt es sich, ein extra Tagesgeldkonto nur für diesen Zweck anzulegen. Wenn nichts abgehoben wird, erhöhen die Zinsen das Vermögen und diese Zinsen können nicht als Einkommen gerechnet werden.

Wenn nichts von dem Konto abgehoben wird, bzw. nur abgehoben wird, um das Geld auf eine lukrativere Anlageform umzuschichten, z.B. Aktien, kann man jeden Einwand, das Geld wäre ja nicht als Altersvorsorge gedacht, sofort enkräften.
fridolin
08.07.2015, 14:29
- Ein Auto ist nicht nötig, da ich in der Stadt wohne- daher muss ich dafür auch nicht sparen, das hat mit em Elternunterhalt nichts zu tun.
---
Dieser Einwand könnte berechtigt sein, wenn es sehr gute Verkehrsanbindungen zum Arbeitsplatz gibt, also ohne oft umsteigen zu müssen usw. bzw. wenn man den Arbeitsplatz zu Fuß gut erreichen kann.
fridolin
08.07.2015, 14:31
- Schulden wären sowieso nicht anzurechnen.

- Erhöhte Mietkosten können eventuell einberechnet werden, müssen aber nicht.
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Beides ist völlig falsch.

Wenn die Schulden bereits vor Eingang der RWA bestanden, dann sind sie in voller Höhe anzurechnen.

Das Gleiche gilt für erhöhte Mietkosten.
fridolin
08.07.2015, 14:32
Generell ist zu sagen, dass für meine Situation an sich weder Verständnis noch unterstützende Worte gefunden wurden.
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Das ist normal. Die SB wollen nur dein Bestes und das ist dein Geld.
fridolin
08.07.2015, 14:34
Spätestens jetzt habe ich das Gefühl, ich muss zu einem Anwalt.
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Jetzt noch nicht. Ein Anwalt kostet nur und hilft in dieser Phase nicht viel weiter.


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Juliale
08.07.2015, 16:10
Hey Fridolin,

vielen Dank für deine Antwort. Dass ich das Gespräch mit dem Amt gesucht habe, ärgert mich im Nachhinein auch.

Keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe- ich dachte halt, man könnte das gemeinsam auf humaner Ebene besprechen. Tja, wie gesagt- naiv.

Ich habe mir jetzt allerdings eine Anwältin geholt, einfach weil ich überfordert bin und Unterstützung benötige.

Die Dame ist auch sehr erfahren und verständnisvoll.

Danke dir für deine ausführlichen Antworten! Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.
marhin
08.07.2015, 18:09
- Ein Auto ist nicht nötig, da ich in der Stadt wohne- daher muss ich dafür auch nicht sparen, das hat mit em Elternunterhalt nichts zu tun.
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Dieser Einwand könnte berechtigt sein, wenn es sehr gute Verkehrsanbindungen zum Arbeitsplatz gibt, also ohne oft umsteigen zu müssen usw. bzw. wenn man den Arbeitsplatz zu Fuß gut erreichen kann.


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ganz klares nein!!!!!!!!!!!!

denn ein Auto gehört zum selbstverständlichen Lebenstandard

wir befinden uns hier im Elternunterhalt und nicht im Kindesunterhalt, da würde diese Annahme u. U. richtig sein
Bienchen
08.07.2015, 18:39
Zitat: "Neues Tagesgeldkonto anlegen. Das wird bei den meisten Banken kostenlos geführt.
Auf dieses Tagesgeldkonto sollte nur eingezahlt werden - Text: Altersvorsorge. W

Ggf. lohnt es sich, ein extra Tagesgeldkonto nur für diesen Zweck anzulegen. Wenn nichts abgehoben wird, erhöhen die Zinsen das Vermögen und diese Zinsen können nicht als Einkommen gerechnet werden.

Wenn nichts von dem Konto abgehoben wird, bzw. nur abgehoben wird, um das Geld auf eine lukrativere Anlageform umzuschichten, z.B. Aktien, kann man jeden Einwand, das Geld wäre ja nicht als Altersvorsorge gedacht, sofort enkräften."

Da muss ich grad mal nachfragen. Bedeutet das, dass sämtliches bisheriges angesparte Vermögen, das man sowohl als Altersvorsorgevermögen als auch für Ausgaben des täglichen Lebens hat, explizit aufspalten sollte in 1) Altersvorsorgevermögen und 2) sonstiges Vermögen?

Ein UHP hat z.B. sein Vermögen zum Teil in einem Wertpapierdepot, zu anderen Teil auf einem Onlinekonto liegen. Das Wertpapierdepot wird nicht angetastet. Vom Onlinekonto wird ab und an Geld auf das Girokonto überwiesen, um grössere Rechnungen zu bezahlen oder auch zum Lebensunterhalt, da der UHP nur ein geringes Einkommen hat.

In einigen Tagen bekommt der UHP eine grössere Summe aus einem Sparvertrag ausbezahlt, dieses Geld will er jetzt auf das Onlinekonto einzahlen. Sollte er auf das Überweisungsformular "Altersvorsorgevermögen" schreiben, um das später im Falle von EU nachweisen zu können, dass das Geld dafür gedacht ist?

Kann man verstehen, was ich meine? Strikt getrennte Konten für 1) AVV und 2) sonstige Ausgaben?

fridolin
08.07.2015, 18:41
denn ein Auto gehört zum selbstverständlichen Lebenstandard
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Dem stimme ich ja grundsätzlich zu, aber heißt es nicht "gewohnter Lebensstandard"?

Aus einem parallelen Thread entnahm ich

"Ich habe absolut keine Vermögenswerte und mein einziges Sparkonto ist für meinen Führerschein, da liegen derzeit rund 200 EUR drauf."

Es ist also scheinbar noch gar kein Führerschein und noch kein Auto vorhanden. Das kennzeichnet den gewohnten Lebensstandard.

Ob nun nach der RWA Sparbeiträge für ein neu anzuschaffendes Auto oder ein Kredit für ein neu anzuschaffendes Auto von einem Gericht anerkannt werden würden?

Dazu müsste man m.E. schon triftige Gründe nennen können.

Aber schon in diesem parallelen Thread kam ich zu der Schlussfolgerung, dass wahrscheinlich nicht mit EU zu rechnen ist.

Deshalb finde ich ja auch, dass ein Anwalt zur Zeit unnötig ist und nur Geld kostet. Ich würde erst einmal abwarten.
Ratlos
10.07.2015, 13:59
Anrechnung erhöhter Mietkosten
Hallo, mir ist vom Sozialamt sogar gesagt worden, dass die erhöhten Mietkosten nun in dem erhöhten Selbstbehalt (2015 um 200 Euro auf 1800 Euro) mit enthalten seien. Ist das eventuell bundeslandunterschiedlich geregelt? Ich fände das ungeheuerlich, denn dann wäre es ja keine wirkliche Selbstbehalterhöhung, sondern wurde in meinem Fall dazu führen, dass ich WENIGER Selbstbehalt habe, weil vorher meine höheren Mietkosten von rund 270 Euro ja angerechnet wurden. Ich fände es super, wenn hierzu jemand ganz konkret Auskunft geben könnte.
Viele Grüße vom RATLOS
fridolin
10.07.2015, 14:50
aus den Süddeutschen Leitlinien

22.3 Ist bei Unterhaltsansprüchen der Eltern, Großeltern und Enkel der Unterhaltspflichtige verheiratet, werden für den mit ihm zusammenlebenden Ehegatten mindestens 1.440 € angesetzt. Darin sind Kosten für Unterkunft und Heizung von 380 € enthalten. Im Familienbedarf von 3.240 € (1.800 € + 1.440 €) sind Kosten für Unterkunft und Heizung in Höhe von 860 € (480 + 380 €) enthalten.

Es sind im Selbstbehalt folgende Kosten für Unterkunft und Heizung enthalten:

Für einen Alleinstehenden: 480 EUR
Für ein Ehepaar: 860 EUR

Alles was darüber liegt muss extra berücksichtigt werden.
Bienchen
12.07.2015, 19:19
Kann mir jemand von den Experten hier evtl. noch meine Frage in diesem Thread vom 8.7. beantworten bezüglich getrennter Konten AVV und sonstiges Vermögen?

Vielen Dank!
marhin
12.07.2015, 19:56
strikt getrennte Konten bedeutet

1. zwischen den Ehepartnern

2. wenn bereits Vermögenskonten vorhanden, für die 5 bzw. bzw. 25 % Sparen für die AVV, extra Konto anlegen

und selbstverständlich bei Ehepaaren alles sauber trennen,
auch die Kosten, genaue Zuordnung ist erforderlich
Bienchen
12.07.2015, 19:59
Danke marhin!

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