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Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: Abfindung älter als 12 Monate

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Kimmi
27.06.2015, 18:00
Tochter K (61) ist seit über zwei Jahren zum Unterhalt gegenüber ihrem Vater verpflichtet.Im Juli 2014 erfolgte eine betriebsbedingte Kündigung mit Abfindungszahlung. Von der Abfindung sind noch ca. 20.000 € übrig. Es wird seit Juli 2014 Arbeitslosengeld gezahlt. Bist jetzt erfolte keine erneute Prüfung vom SHT, die erste und bisher letzte Prüfung stammt vom März 2013. Bei einer erneuten Prüfung wird ja nur der zurückliegende Zeitraum von 12 Monaten geprüft. Die Abfindung ist älter als 12 Monate, sie würde also gar nicht auftauchen, wenn eine neue Anfrage kommen würde. Tochter K möchte gerne von sich aus eine Anfrage zur erneuten Prüfung beim SHT stellen, damit sie von der Zahlung befreit ist. Es wäre also eigentlich ein "einfacher" Fall: ALG = ca. 1.600 € und sonst nichts. Kann "gefahrlos" eine Anfrage gestellt werden?
fridolin
27.06.2015, 19:31
Kann "gefahrlos" eine Anfrage gestellt werden?
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Könnte das SA Kenntnis von der Abfindung erhalten, z.B. indem es das Kündigungsschreiben anfordert?









Kimmi
27.06.2015, 20:04
Es gibt einen Aufhebungsvertrag vom November 2013 und da ist die Abfindung natürlich erwähnt.Wenn aber nur die letzten 12 Monate nachgewiesen werden müßen, warum ist dann die Abfindungszahlung relevant?
Eigentlich habe ich vor, Juni 2016 meine Rente mit 63 in Anspruch zu nehmen. Dann wären noch ca. 8.000 € Abfindung übrig. Wird dann der Restbetrag irgendwie vom Amt rangezogen?
Und was wäre denn, taktisch gesehen, am sinnvollsten?
fridolin
27.06.2015, 20:20
Wenn aber nur die letzten 12 Monate nachgewiesen werden müßen, warum ist dann die Abfindungszahlung relevant?
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Die letzten 12 Monate dienen im Normalfall dazu, eine Prognose für die Zukunft zu erstellen, welches Einkommen ein UHP zur Verfügung hat. Diese Prognose wäre hier aber offensichtlich falsch, da die UHP in der Zukunft ja nicht nur 1600 EUR ALG sondern auch noch 20.000 EUR aus der Abfindung zur Verfügung hat.

Eine Abfindung soll ja das Gehalt kompensieren, das als Folge der betriebsbedingten Kündigung fehlt. In der Regel verteilt man dann die Abfindung auf mehrere Jahre, entweder bis wieder eine neue Arbeitsstelle angenommen wird oder bis zur Rente.

Jetzt müsste man ausrechnen, wie viel eine Verteilung der Abfindungssume über diese Zeit aus macht und das Ergebnis dem ALG zuschlagen.

Wenn die Summe höher als das Nettoeinkommen bei Berechnung des EU, könnte man ein Eigentor schießen.

Außerdem wären evtl. weitere Faktoren zu berücksichtigen wie z.B. Familienstand, Wohnvorteil, usw.
Kimmi
27.06.2015, 20:21
Ìch muß etwas richtig stellen: Die Kündigung erfolgte im November 2013, die Abfindung wurde Juli 2014 gezahlt.
Kimmi
27.06.2015, 20:25
Also, ist es dann wohl am sinnvollsten, wenn ich als UHP gar nichts mache, weiter bezahle und sobald die Rente läuft, mich beim SHT melden. Beim Renteneintritt wäre dann der Unterhalt erledigt?
fridolin
27.06.2015, 20:39
Ohne nähere Kenntnis aller Fakten kann man da nichts sagen. Der Elternunterhalt lässt sich nicht mathematisch auf eine einfache Formel bringen. Faktoren wie

- Ist die UHP verheiratet?
- Wie groß ist das Familieneinkommen?
- Welches Vermögen ist vorhanden
- Welche laufenden Ausgaben gibt es

usw, usw. beinflussen den Elternunterhalt erheblich.

Wie viel EU wird zur Zeit gezahlt?
Wie hoch war das Nettoeinkommen bei der ersten Berechnung des EU?
Wurde jemals von einem Sachkundigen geprüft, ob die Forderung des SA berechtigt war?

Kimmi
27.06.2015, 20:45
UHP ist nicht verheiratet
es gibt also kein Familieneinkommen und auch kein Vermögen.
Im Moment werden ca. 200 € gezahlt, das ursprüngliche durchschnittliche Netto-einkommen wurde mit 3.200 festgelegt und es hat kein SV geprüft, habe ich damals alleine ohne Hilfe abgewickelt. Rente wird ca. 1.550 € Brutto betragen.
fridolin
27.06.2015, 21:32
Noch mal etwas genauer zum Rechnen:

Kündigung im November 2013 zum ???
Wie hoch war die volle Abfindungssumme?

Welche Ausgaben sind zu berücksichtigen?

Miete = ?
Versicherungen = ?
Altersvorsorge = ?
Schulden = ?
Krankheitskosten, die von der KK nicht getragen werden = ?
Wöchentliche Fahrten zum Pflegeheim =?
Sonstiges ?
Kimmi
28.06.2015, 08:53
Es gibt den Aufhebungsvertrag vom 19.11.2013 mit Kündigung zum 1.7.2014 (7 Monate Kündigungsfrist). Nettoabfindung ca. 60.000 €. Es wurden damit Kredite usw.abgelöst. Und ein größerer Urlaub, der schon lange vorher geplant war. Lt. meinem Anwalt kein Problem, solange ich das Geld nicht "rauswerfe".
Miete entfällt, wohne als Untermieterin.Versicheurngen etc. gibt es gar nicht.Es besteht noch ein Restkredit von ca. 16.000 €, Fahrten zum Heim betragen wöchentlich ca. 20 €. Vielleicht kann man ja doch noch was machen :-)
fridolin
28.06.2015, 09:44
Wenn ich SB wäre, würde ich so rechnen.

Kündigung: 1.7.2014
Beginn der Rente: 1.6.2016
Das sind 23 Monate.

Die Abfindung von 60.000 EUR ist also auf 23 Monate zu verteilen.

60.000 EUR / 23 Monate = 2608 EUR/Monat

Einkommen aus Abfindung 2608 EUR/Monat
+ ALG 1600 EUR/Monat
_________________
Nettoeinkommen 4208 EUR/Monat

also deutlich höher als bei der 1. Berechnung.

Ich würde die Füße still halten und bis zur Rente warten.
fridolin
28.06.2015, 10:02
Wie sähe es aus, wenn man regulär in Rente ginge.

Kündigung: 1.7.2014
Beginn der Rente: 1.10.2018 (65 Jahre + x Monate)
Das sind 51 Monate.

Die Abfindung von 60.000 EUR ist also auf 51 Monate zu verteilen.

60.000 EUR / 51 Monate = 1176 EUR/Monat

Einkommen aus Abfindung = 1176 EUR/Monat
+ ALG 1600 EUR/Monat
_________________
Nettoeinkommen 2776 EUR/Monat

Das ist weniger als 3200 EUR.

Also gut durchrechnen und dann entscheiden.

Rente mit 63 Jahren? Mit oder ohne Abschläge?

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