Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: Verwirkung von Unterhaltsanspruch, private Pflegeversicherung, Verzichtserklärung

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julia-s
22.06.2015, 18:48
Hallo - und erstmal vielen Dank für die Möglichkeit, hier so einfach und schnell Hilfe zum Thema Elternunterhalt zu bekommen.

Ich habe versucht, mich über das Thema ein bisschen zu informieren, und beispielsweise folgendes Video angeschaut. https://www.youtube.com/watch?v=LtJIf1zx1lI

Ab Minute 7:46 wird dort etwa gesagt: "Eltern verwirken ihren Unterhaltsanspruch an die Kinder beispielsweise, wenn sie ihrerseits der Unterhaltspflicht für die Kinder in der Vergangenheit nicht nachgekommen sind."

Wo finde ich dafür Beispiele?

In meinem Fall wurden BAföG-Anträge aufgrund des zu hohen Einkommens der Eltern abgelehnt - ich muss jedoch mein bald erfolgreich abgeschlossenes Erststudium größtenteils durch 400/450-EUR-Jobs selbst finanzieren. Die Eltern sagen, sie hätten einfach kein Geld am Ende des Monats übrig - fahren aber mehrfach im Jahr in Urlaub. "Außerdem hätte man ja eine normale Ausbildung machen können, dann würde man schon längst selbst sein Geld verdienen und nicht den Eltern auf der Tasche liegen."

(Ich komme im Moment finanziell befriedigend bis gut klar und innerhalb des nächsten Jahres hat sich das dann alles erledigt und ich verdiene dann tatsächlich auch durch mein Studium Geld während der Doktorarbeit.)

Es geht mir nicht um die nahe Zukunft, sondern ich möchte mich frühzeitig informieren, dass ich im Fall einer Bedürftigkeit der Eltern nicht von allem überrumpelt werde und mich entsprechend vorbereiten kann. Ich würde die Eltern im Umgang mit Geld als unverantwortungsvoll bezeichnen und ich fürchte, dass keine entsprechende Altersvorsorge im Pflegefall gegeben ist.

Kann mich der Abschluss der Eltern einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung vom Elternunterhalt komplett entlasten - oder ist meistens nur mit verminderten Kosten zu rechnen?

Kann ich die vergangenen Unterhaltsmissstände während meiner Ausbildung geltend machen - im Hinblick auf möglicherweise in 20 Jahren zu zahlenden Elternunterhalt? Wie sollte ich das dokumentieren?

Ab Minute 9:07 ist die Rede davon, ein nicht-sittenwidriger Unterhaltsverzicht der Eltern sei angeblich möglich. Was wäre ein Beispiel, das einen solchen Verzicht möglich macht? Wer übernimmt dann die Unterhaltskosten bei Bedürftigkeit der Eltern? Widerspricht dem nicht § 1614 BGB?

Irgendwie ist es einfach so frustrierend, wie ich während meiner Ausbildung keine Unterstützung erhalten habe und dann nochmal ein zweites Mal leiden soll, weil die Eltern es nicht auf die Reihe bekommen, Geld für die Altersvorsorge beiseite zu legen. Falls ich dagegen jetzt schon/noch etwas tun kann, wäre ich für jede Hilfe dankbar.

Freundliche Grüße,
Julia
fridolin
22.06.2015, 19:58
In meinem Fall wurden BAföG-Anträge aufgrund des zu hohen Einkommens der Eltern abgelehnt - ich muss jedoch mein bald erfolgreich abgeschlossenes Erststudium größtenteils durch 400/450-EUR-Jobs selbst finanzieren. Die Eltern sagen, sie hätten einfach kein Geld am Ende des Monats übrig - fahren aber mehrfach im Jahr in Urlaub. "Außerdem hätte man ja eine normale Ausbildung machen können, dann würde man schon längst selbst sein Geld verdienen und nicht den Eltern auf der Tasche liegen."
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Ich glaube nicht, dass das ein Verwirkungsgrund sein könnte, zumindest könnte es in 40 Jahren schwierig sein, den Nachweis zu führen, dass die Eltern mutwillig den Unterhalt verweigert haben.

Ein Richter könnte dann vielleicht die Frage stellen: "Warum haben Sie Ihre Eltern nicht auf Unterhalt verklagt?"


fridolin
22.06.2015, 20:03
Wie sollte ich das dokumentieren?
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Einen RA aufsuchen und die Eltern auf Unterhalt verklagen. Wird der Klage statt gegeben und die Eltern zahlen nicht, hat man eine eindeutige Dokumentation

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