Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


Ratgeber Elternunterhalt

4.5 von 5 Punkten


(666 Kundenrezensionen)
 
Forum Elternunterhalt >> Elternunterhalt >> Frage zu: Darlehen für Eigenheim nach Wahrungsanzeige + Verwirkung

Thema: Frage zu: Darlehen für Eigenheim nach Wahrungsanzeige + Verwirkung

Um zu diesem Thema einen Beitrag zu verfassen, müssen Sie angemeldet sein. Jetzt anmelden

Clypse
12.03.2015, 21:56
Hallo Community,

meine Frau hat nun wie wir es erwartet hatten eine Wahrungsanzeige zugestellt bekommen. Es sind noch einige offene Punkte die geklärt werden müssen aber dank eigener Kinder und bestehender Verbindlichkeiten brauchen wir uns keinen Kopf darum machen, dass wir Elternunterhalt zahlen müssen.

Es stellen sich aber noch zwei Fragen, auf die ich keine Antwort finden kann.

1. Wir hatten eigentlich geplant, dass nachdem unsere Finanzierungen abgezahlt sind, wir uns um das Thema Eigenheim kümmern. Problem ist jetzt, dass ich gelesen habe, dass neue Kredite/Darlehen nicht angerechnet werden, wenn eine neue Wahrungsanzeige aufschlägt. Bedeutet dies, dass solange mein Schwiegervater lebt, das Eigenheim für uns gestorben ist? (Klingt jetzt drastisch, dazu aber mehr bei 2.) Mich verunsichert, dass wir ja kaum den Eigenanteil für eine Eigenheimfinanzierung ansparen können, ohne dass das Sozialamt anklopft und an das Vermögen will (Bausparverträge mal außen vor). Genauso das Darlehen selbst. Die Tilgung des Darlehens wäre ja eine neue Verpflichtung nach Erhalt der ersten Wahrungsanzeige. Das Thema beschäftigt und belastet uns wirklich sehr und durch diese verflixte Wahrungsanzeige ist im Grunde unsere Gesamte Lebensplanung ad absurdum geführt...

In Frage 1 kam ich vielleicht etwas zu Hart rüber, dass wir auf den Tod unseres Schwiegervaters warten. Das hat aber seine Gründe und führt zu Frage 2.

2. Thema der Frage ist die Verwirkung. Hierzu habe ich schon einiges gelesen und bin auch hier wieder verunsichert. Es gab ja doch einige Urteile zu Ungunsten der Kinder in letzter Zeit.
Hier aber die Faktenlage:
- Mein Schwiegervater hat die Familie meiner Frau verlassen, als Sie 13 Jahre alt war.
- Schwiegervater hatte niemals Unterhalt gezahlt und bis auf zwei/drei Ausnahmen die eher zufälliger Natur waren, gab es keinen Kontakt zwischen meiner Frau und Ihrem Vater in den letzten 15 Jahren.
- Er wurde nicht auf Unterhalt verklagt, da es schlicht nichts zu holen gab und die Familie meiner Frau keine Finanziellen Mittel für eine Rechtsberatung hatte.
- Die Pflegebedürftigkeit meines Schwiegervaters ist nach Aussage der behandelnden Ärzte selbst verschuldet. Ob es nur Alkohol war oder auch Drogenkonsum konnte bzw. durfte man uns nicht sagen. O-Ton nach dem finalen Abschuss war vom Krankenhauspersonal, dass er sich in den letzten Jahren zum jetzigen Pflegefall gesoffen hat. Das diese Aussage nur mündlich geschah und Alkoholismus ja als Krankheit gewertet wird, sollte das als Verwirkungsgrund wohl nicht ziehen. Fällt es aber durch die anderen Punkte wieder ins Gewicht?

Kurzum die Frage, wären dies Gründe für eine Verwirkung des Unterhaltsanspruchs?
Wenn eine Verwirkung möglich wäre, würde das zugleich auch die 1. Frage lösen und es würde weder mich noch meine Frau stören, wenn ihr Vater noch lange weiterlebt.

MfG
Clypse
Clypse
13.03.2015, 08:47
Nachtrag zu 2.:

Heute Morgen gab es noch eine kleine Wende. Meine Schwiegermutter hat doch Dokumente, die belegen, dass alles Unternommen wurde um Unterhalt für meine Frau zu bekommen. Das ging damals bishin zur Pfändung.

Macht es einen Unterschied für die Verwirkung, dass mein Schwiegervater nicht zahlen konnte? Er könnte ja behaupten, dass er es ja trotzdem wollte aber keine Finanziellen Mittel besaß?
fridolin
13.03.2015, 12:35
Bedeutet dies, dass solange mein Schwiegervater lebt, das Eigenheim für uns gestorben ist?
----
Nein!
Das ist ja lediglich eine Rechengröße.

Es könnte sein, dass Kredite nicht mehr als das Einkommend bereinigend anerkannt werden, die der UHP aufnimmt, das gilt aber keinesfalls für das Schwiegerkind.

Das Schwiegerkind ist für seinen Schwiegervater nicht unterhaltspflichtig und kann jederzeit einen Kredit aufnehmen, so lange er diesen Kredit aus seinem Einkommen bedienen kann und dafür nicht das Einkommen des UHP benötigt.
fridolin
13.03.2015, 12:36
ohne dass das Sozialamt anklopft und an das Vermögen will (Bausparverträge mal außen vor).
---
Das Vermögen des Schwiegerkindes ist vor dem Zugriff des SA sicher.
fridolin
13.03.2015, 12:45
Macht es einen Unterschied für die Verwirkung, dass mein Schwiegervater nicht zahlen konnte? Er könnte ja behaupten, dass er es ja trotzdem wollte aber keine Finanziellen Mittel besaß?

----
Behaupten kann man viel, beweisen muss man es. Das gilt auch für den UHP.

Ein Forumsmitglied in einem anderen Elternunterhaltsforum

http://www.forum-elternunterhalt.de/

rät folgendes:

- ausschließlich schriftliche Korrespondenz mit dem SA. Bei telefonischen Nachfragen darum bitten , diese schriftlich zu formulieren.

- stets freundlich und höflich im Ton, aber unnachgiebig in der Sache.

- unmißverständlich deutlich machen, dass man "für diese Person keinen weiteren Cent Unterhalt zahlen wird" und dabei beabsichtigt, die Rechtsmittel auszuschöpfen.

- den Einwand schriftlich, ausführlich und in deutlichen, ruhig drastischen Worten mit konkreten Beispielen formulieren. Bei der Wahrheit bleiben. Wer bei Übertreibungen oder Lügen ertappt wird, hat verloren.

- Zeugen nicht nur benennen, sondern deren schriftliche, unterschriebene Aussage beifügen.

- alle Beweise, auch wenn sie noch so belanglos erscheinen. beifügen: ärztliche Atteste, Gutachten. Jugendamtsberichte, Scheidungsurteile, Sorgerechtsurteile usw..

- weitere Beweise und Beweiserhebungen - zunächst ohne konkret zu werden - ankündigen.

- wenn man bemerkt, dass die emotionale Belastung zu hoch wird: einen Anwalt beauftragen. Wenn man sich der Sache nicht gewachsen fühlt, kann man dies auch von vornherein tun. Der Mandant liefert dann die Beweise, der Anwalt gießt sie in die richtige Form und übernimmt die Korrespondenz mit dem SA nach vorher abgesprochener Strategie. Selbst wenn man dann nur eine Unterhaltsreduzierung erreicht, haben sich die Anwaltsgebühren gelohnt.

- der Sachbearbeiter beim SA muss das Gefühl haben, hier "eine harte Nuss" knacken zu müssen, die ihm viel Arbeit macht. Hat er den Schreibtisch noch voller anderer Fälle, ist er manchmal froh, einen Fall schnell und sauber durch Verwirkung abschließen zu können.

-----

Den vermuteten Alkoholmissbrauch nicht erwähnen. Man sollte dem SHT keine Argumente für die Behauptung einer Alkoholkrankheit liefern. Das müsste der SHT dann beweisen, vor allem dass der Alkoholmissbrauch bereits vor lag, als der Vater die Familie verließ.
fridolin
13.03.2015, 12:49
Es sind noch einige offene Punkte die geklärt werden müssen aber dank eigener Kinder und bestehender Verbindlichkeiten brauchen wir uns keinen Kopf darum machen, dass wir Elternunterhalt zahlen müssen.
----
Die Formulierung "wir" ist auch nicht richtig. Nur das unterhaltspflichtige Kind muss zahlen und zwar nur aus ihrem Einkommen.

Um zu diesem Thema einen Beitrag zu verfassen, müssen Sie angemeldet sein. Jetzt anmelden

 

Sie haben noch Fragen?
Dann holen Sie sich die Antwort: 0900-11 22 11 44
Der Anruf kostet Sie aus dem Festnetz der deutschen Telekom nur 2,99 €/Minute, Preise aus anderen Netzen können abweichen