Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


Ratgeber Elternunterhalt

4.5 von 5 Punkten


(666 Kundenrezensionen)
 
Forum Elternunterhalt >> Elternunterhalt >> Beteiligung an Pflegeheimkosten des Vaters sowie am betreuten wohnen der Mutter

Thema: Beteiligung an Pflegeheimkosten des Vaters sowie am betreuten wohnen der Mutter

Um zu diesem Thema einen Beitrag zu verfassen, müssen Sie angemeldet sein. Jetzt anmelden

cabriolot66
16.08.2011, 16:55
Hallo,
mein Vater kommt überraschend aufgrund fortgeschrittener Denmenz und 100% hilfsbedürftigkeit ins Pflegeheim. Bisher wohnte mein Vater zusammen mit meiner Mutter in einer Wohnanlage für "betreutes Wohnen". Dieser Wohanlage ist auch ein Pflegeheim angeschlossen in dies mein Vater nun "umzieht". Die Kosten für die Wohnung im betreuten Wohnen für meine Eltern bzw. nun für meine Mutter alleine belaufen sich auf knapp 1000 €. Die Pflegeheimkosten für meinen Vater belaufen sich nach vorläufigen Auskünften auf rund 5000 €. Mein Vater selbst verfügt über eine Rente von rund 1.500 €, die Rente meiner Mutter auf rund 800 €. Selbst mit dem Pflegegeld aus der Pflegestufe III reichen diese Einkünfte natürlich bei weitem nicht um die Kosten zu decken. Meine Frage(n) hierzu wäre nun:
1.
Die alleinigen Einkünfte meiner Mutter reichen nicht einmal aus, um die Kosten für die Miete im betreuten Wohnen zu bezahlen, muss nun wenn die Rente meines Vaters für die Unterbringung im Pflegeheim aufgebraucht wird nun auch meine Mutter Sozialhilfe beantragen (Eigenes Vermögen ist bsi auf einen "Kleinstbetrag von ca. 2.500 € aus einer ausbezahlten Lv nicht vorhanden)?
2.
Ich als Sohn bin verheiratet und habe zwei kleine Kinder im Alter von 1 und 7 Jahre. Meine Ehefrau befindet sich derzeit in Elternzeit und verfügt über kein Einkommen. Unser eigener Lebensstandard wird nur durch mein Einkommen von ca. 3.300 € netto gedeckt. Hiervon sind sämtliche Lebenshaltungskosten zuzüglich diverser Kredite (Immobilienkredit, Autokredit) zu decken. Unterm Strich bleibt nichts übrig. Kann das Sozialamt in diesem Fall von mir Elternunterhalt einfordern ?
3.
Wenn meine Ehefrau wieder arbeiten gehen sollte, was aufgrund der Kinder maximal in Teilzeit möglich ist, wird das aus dieser Beschäftigung erzeilte Einkommen zu einem eventuellen Elternunterhalt herangezogen ?

Danke schon einmal für eine Antwort auf die eine oder andere Frage.

MfG.
Cabriolot66
Heide
16.08.2011, 17:48
Hallo,

Punkt 1: Beide Elternteile müssten Sozialhilfe beantragen. Bei der Ehefrau sollte geprüft werden, ob eine kleinere Wohnung im Wohnheim verfügbar ist.

Punkt 2: Wenn das Einkommen aufgebraucht wird, muss kein Elternunterhalt gezahlt werden. Die Darlegungslast und die Beweislast trägt der Unterhaltspflichtige.

Der sogenannte Selbstbehalt für den Unterhaltspflichtigen ist heute 1500 €, für den Ehegatten 1200 €, zusammen 2700 €.

Die Kinderfreibeträge für Kind 1 (1 Jahr) nach dem o.g. Einkommen liegt bei 406 €.

Die Kinderfreibeträge für Kind 2 (7 Jahre) nach dem o.g. Einkommen liegt bei 466 €. Zusammen 872 €, abzüglich Kindergeld (2 * 184) = 504 €

mindest Familienbedarf: 2700 + 504 = 3204 €

Ich rechne nicht weiter, weil keine Leistungsfähigkeit vorhanden ist.

Der Unterhaltspflichtige schuldet seiner Ehefrau Unterhalt!!

Punkt 3: Die Ehefrau sollte zunächst kein Arbeitsverhältnis aufnehmen. Wenn doch, wird es zum Einkommen hinzu gerechnet.

Liebe Grüße
Heide

Um zu diesem Thema einen Beitrag zu verfassen, müssen Sie angemeldet sein. Jetzt anmelden

 

Sie haben noch Fragen?
Dann holen Sie sich die Antwort: 0900-11 22 11 44
Der Anruf kostet Sie aus dem Festnetz der deutschen Telekom nur 2,99 €/Minute, Preise aus anderen Netzen können abweichen