Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: Elternunterhalt für den Vater

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volki
03.03.2015, 22:17
Liebe Mitglieder des Forums

Wir sind insgesamt 3 Kinder. Unser Erzeuger (Vater) hat während unsere Kindheit sich mehr dem Alkohol gewidmet als sich um seine Kinder gekümmert. Wenn er dann in seinem Vollsuff nach Hause gekommen ist mussten vor allem meine Schwester und Ich darunter leiden. Schläge und Beleidigungen waren an der Tagesordnung. Meine Mutter hat damals morgens um 5 Uhr immer die Zeitung ausgetragen damit überhaupt noch Geld in die Familienkasse gekommen ist. Unser Vater war aufgrund seiner Alkoholsucht zwischenzeitlich Arbeitslos. Er hätte dann meiner Mutter beim austragen der Zeitungen helfen sollen, weil sie es alleine nicht geschafft hat. Da er immer wieder am morgen nicht zum Bett herauskam aufgrund seiner nächtlichen Sauftouren hat unsere Mutter uns damals, ich war 10 Jahre alt und meine Schwester 8 Jahre alt, geweckt und wir musste ihr regelmäßig helfen die Zeitungen aus zutragen. Unser Jüngster Bruder war damals erst 2 Jahr alt. Das Zeitungsaustragen ging bis ca. bis zum 14. Lebensjahr. Als ich 15 Jahre alt war hat es meine Mutter mit Hilfe der Verwandtschaft geschafft sich von unserem Vater zu trennen. Sie musste uns dann weiter selber versorgen unser Vater hat nach Aussage meiner Mutter nie Unterhalt für uns bezahlt. Ich bin mittlerweile 41 Jahre und habe eine eigene Familie und wohne in der Schweiz. Auch meine Schwester hat eine eigene Familie und lebt in Deutschland. Auch mein Bruder ist verheiratet und lebt in der Schweiz.
Ich habe seit meinem 15 Lebensjahr, meine Schwester seit ihrem 13. Lebensjahr und mein Bruder seit seinem 6. Lebensjahr keinen Kontakt mehr zu unserem Vater.
Unsere Kindheit würde ich nicht als toll bezeichnen. Meiner Mutter haben wir nie einen Vorwurf gemacht das wir ihr als Kinder bei der Arbeit helfen mussten. Trotz unserer Kindheit stehen alle 3 Kinder mit beiden Beinen im Leben.

Im April 2014 kam nun völlig unverhofft an alle 3 Kinder ein Brief vom Sozialamt mit Prüfung der Unterhaltsfähigkeit für unseren Vater.
Wir haben bisher nicht, auf die diversen Schreiben des Sozialamts reagiert.
Wir sind nicht gewillt für einen Menschen der einen grossen Teil unserer Kindheit zerstört hat zu zahlen.

Meine Frage ist jetzt wie wir hier dem Sozialamt entgegen treten sollen?

Besten Dank schon im Voraus für eure Unterstützung
fridolin
04.03.2015, 00:53
Wir haben bisher nicht, auf die diversen Schreiben des Sozialamts reagiert.
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Grundfalsch.
Auskunft muss gegeben werden. Die kann gerichtlich erzwungen werden.

Man sollte dreigleisig vor gehen.

1. Bedarf anzweifeln z.B. weshalb benötigt der Vater Sozialhilfe, um welche Maßnahme geht es, gibt es nicht etwas günstigers, ist das Pflegeheim o.ä. angemessen, gäbe es eine günstige Unterbringung/Versorgung pp.)

2. sich selbst als leistungsunfähig bezeichnen.

3. den Einwand der Verwirkung gem. § 1611 BGB bringen. Dabei niemals die Alkoholsucht des Vaters ins Spiel bringen, sondern nur, dass er nie für die Familie da war. Alkoholsucht wird von den Gerichten als Krankheit angesehen. "Der arme Vater konnte ja nichts dafür." Möglichst viele Zeugenaussagen für das Verhalten des Vaters beifügen. Auch die Muttter und die Geschwister sind Zeugen.
fridolin
04.03.2015, 00:55
Wir sind nicht gewillt für einen Menschen der einen grossen Teil unserer Kindheit zerstört hat zu zahlen.
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Das niemals gegenüber dem Sozialamt äußern. Die fertigen darüber Protokolle an und diese Äußerungen werden von Gerichten negativ bewertet.
fridolin
04.03.2015, 00:57
der einen grossen Teil unserer Kindheit zerstört hat
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Diesen Teil betonen, aber den Alkohol weg lassen.

Ausführlich beschreiben, warum man eine unschöne Jugend hatte.
fridolin
04.03.2015, 01:02
Unsere Kindheit würde ich nicht als toll bezeichnen.
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Das ist zu schwach. Um eine Verwirkung vor Gericht durchsetzen zu können, muss es sich um ein gravierendes Fehlverhalten handeln.

Die Kinder nachts zum Zeitungsaustragen schicken
keinen Unterhalt zahlen
u.ä

wäre ein solches gravierendes Fehlverhalten, wenn es aus Böswilligkeit oder Eigennutz geschieht,

wenn jedoch Alkoholsucht ins Spiel kommt, dann wird es als Krankheit gedeutet.



fridolin
04.03.2015, 01:04
hat unsere Mutter uns damals, ich war 10 Jahre alt und meine Schwester 8 Jahre alt, geweckt und wir musste ihr regelmäßig helfen die Zeitungen aus zutragen.
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Wenn das so beschrieben wird, fällt das nicht auf den Vater, sondern evtl. sogar auf die Mutter zurück.


In Sachen Elternunterhalt empfehle ich dieses Forum

http://www.forum-elternunterhalt.de/euforum/index.php?page=Portal


Das ist besser gegliedert, hat Suchfunktionen, es gibt viele fachkundige Forumsteilnehmer, usw.
Mathilde
04.03.2015, 09:23
http://www.forum-elternunterhalt.de/euforum/index.php?page=Portal

Stimmt, das ist ein sehr ausführliches Forum.

Dort findet man auch Aussagen zum Thema "Unterhaltszahlungen durch Kinder, die im Ausland leben". Es soll wohl für deutsche Behörden fast unmöglich sein, entsprechende Zahlungen im Ausland durchzusetzen. Empfehlung, mal unter diesem Thema dort zu suchen.
fridolin
04.03.2015, 10:52
Ich bin mittlerweile 41 Jahre und habe eine eigene Familie und wohne in der Schweiz. Auch meine Schwester hat eine eigene Familie und lebt in Deutschland. Auch mein Bruder ist verheiratet und lebt in der Schweiz.
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Das habe ich heute Nach wohl überlesen. War dann doch schon zu spät.

die Kinder in der Schweiz sollten die Schreiben des SA ignorieren.

Die Schwester muss Auskunft geben.


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Dort findet man auch Aussagen zum Thema "Unterhaltszahlungen durch Kinder, die im Ausland leben". Es soll wohl für deutsche Behörden fast unmöglich sein, entsprechende Zahlungen im Ausland durchzusetzen. Empfehlung, mal unter diesem Thema dort zu suchen.
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Völlig richtig. Sehr gute Seiten mit guten Infos.
volki
05.03.2015, 20:48
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten

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