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Thema: Altersvorsorge-Schonvermögen aufgrund von Einkünften aus Kapitalvermögen

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Teetrinker
07.02.2015, 12:23
Hallo zusammen,

es gibt ja ein Altersvorsorge-Schonvermögen, welches sich aus 5% des Brutto-Einkommens (aus nicht-selbständiger Arbeit) multipliziert mit den Berufsjahren und verzinst mit 4% berechnen läßt.

Wie verhält es sich, wenn zusätzlich noch Einkünfte aus Kapital-Vermögen vorhanden sind, z.B. 5000 Euro jährlich (nach Abzug von Kapital-Ertrags-Steuer, Soli und Kirchensteuer)?

Erhöht sich aufgrund dieser zusätzlichen Einkünfte das Altersvorsorge-Schonvermögen?
Kann hier mit 25% (anstelle von 5%) gerechnet werden, da diese Einkünfte nicht der Rentenversicherungspflicht unterliegen und somit den Einkünften oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze ähneln?
Für welchen Zeitraum kann die Formel angewendet werden? Seit Berufsbeginn, seit dem 18. Lebensjahr, oder müssen hier alle Einkünfte aus Kapital-Vermögen der letzten Jahre einzeln (in einer Art Zinsstaffel) berücksichtigt werden?

Hat jemand zu diesem Thema schon Erfahrungen gemacht?

Vielen Dank im Voraus für die Antworten.

Viele Grüße
der Teetrinker
fridolin
07.02.2015, 12:38
Erhöht sich aufgrund dieser zusätzlichen Einkünfte das Altersvorsorge-Schonvermögen?
Kann hier mit 25% (anstelle von 5%) gerechnet werden, da diese Einkünfte nicht der Rentenversicherungspflicht unterliegen

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Dafür gibt es m.E. zur Zeit keine rechtliche Grundlage.

Die sekundäre Altersvorsorge, die laut BGH betrieben werden darf, sollen ja die Einbußen ausgleichen, die rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer durch die Rentenreform 2001 hinnehmen müssen.

Zinsen waren aber auch vor der Rentenreform nicht rentenversicherungspflichtig.
Bienchen
07.02.2015, 13:19
Kapitalerträge erhöhen m.E. nicht das Schonvermögen

Aber: Sie werden dem Einkommen hinzugerechnet, ca. 5000 Euro:12 Monate = monatliches Einkommen aus Kapitalerträgen.
marhin
07.02.2015, 14:30
Zinsen die auf dem Konto verbleiben, sind kein Einkommen im unterhaltsrechtlichen Sinne

Urteil des BGH, XII ZR 43/11
Teetrinker
08.02.2015, 13:12
Danke
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten.

Besonders der Hinweis auf das "Urteil des BGH, XII ZR 43/11" ist ja wirklich interessant. Man läßt die Zinsen auf dem Sparbuch, und bei Investmentanteilen legt man die Erträge einfach wieder an, und schon gilt es nicht mehr als Einkommen.

Folgenden Link habe ich dazu gefunden:
http://www.elternunterhalt-info.de/elternunterhalt/gleich-zwei-neue-urteile-des-bgh-zum-elternunterhalt.html#kapitaleinkuenfte

Kennt jemand weitere Links dazu? Dann bitte hier einfügen. Danke.


Viele Grüße
der Teetrinker
Teetrinker
11.02.2015, 20:52
Korrektur
"Man läßt die Zinsen auf dem Sparbuch, und bei Investmentanteilen legt man die Erträge einfach wieder an, und schon gilt es nicht mehr als Einkommen."

Ich habe nochmal darüber nachgedacht. Ich glaube nicht, dass es so einfach ist.

Es heißt "dass Kapitaleinkünfte dann als Einkommen gelten, wenn sie nicht thesauriert werden". Es reicht daher wohl doch nicht aus, die Zinsen einfach nur auf dem Konto zu lassen. "Thesaurieren" bedeutet vielmehr, dass die Zinsen gar nicht erst gebucht werden. Als Beispiel fällt mir hierzu der Bundesschatzbrief B ein (der wird jedoch leider nicht mehr ausgegeben), sowie thesaurierende Investmentfonds.

Auf folgender Seite wird der Unterschied ganz gut erklärt, wenn es auch nicht gerade um Elternunterhalt geht:
http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/thesaurierende-fonds/

fridolin
11.02.2015, 22:03
Es heißt "dass Kapitaleinkünfte dann als Einkommen gelten, wenn sie nicht thesauriert werden". Es reicht daher wohl doch nicht aus, die Zinsen einfach nur auf dem Konto zu lassen. "Thesaurieren" bedeutet vielmehr, dass die Zinsen gar nicht erst gebucht werden.

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Wie kommst du auf diese Idee?

Wenn die Zinsen auf dem Konto verbleiben werden sie nicht entnommen, um sie für den eigenen Unterhalt zuzuführen. Sie erhöhen das Vermögen.

Daraus folgt: Kein Einkommen
Teetrinker
11.02.2015, 22:38
Ich bin gespannt, ob das Sozialamt das auch so sieht.

Aber wie ist es Deiner Meinug nach mit Fonds-Erträgen, die automatisch wieder in neue Fonds angelegt werden (Wiederanlage)?

Und was ist mit Dividenden, die einem Sparkonto gutgeschrieben werden?
marhin
11.02.2015, 23:09
Ich bin gespannt, ob das Sozialamt das auch so sieht.

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ich kann dir genau sagen, wie Sozialämter das sehen

ABLEHNUNG

und warum?

Sozialämter sind schlimmer als Inkasso Moskau

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