Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: (Eltern-)unterhalt wegen Pflegeheimkosten

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froschfreundin
19.07.2011, 15:31
Wir mußten meinen Vater völlig überraschend innerhalb eines Monats wegen akuter, schwerer Demenz ins Pflegeheim geben (sofort Pflegestufe III). Meine Mutter lebt noch in der gemeinsamen Wohnung. Da die Kosten des Heims zu hoch sind, mußte meine Mutter Sozialhilfe beantragen. Nun bleibt ihr von der - eigentlich recht guten Rente - noch knapp € 400 zum Leben. Und das, obwohl mein Vater 45 Jahre gearbeitet hat. Selbst von der Sterbegeldversicherung meines Vaters wurde der Rückkaufwert einbehalten und wenn er verstirbt, langt das Sozialamt nochmal zu. Zwei Sparbücher, die meine Mutter für ihre Enkel angelegt hatte, wurden - ebenso wie der Rückkaufwert - als Vermögen berücksichtigt und davon mußte sie € 666 ans Heim zahlen, ansonsten regelmäßig € 509 monatlich.

Nun wurde ich angeschrieben und zum Elternunterhalt aufgefordert. Ich habe ein gutes Nettoeinkommen und will nicht jammern, aber diesen Lebensstandart habe ich mir in mehr als 30 Jahren Beschäftigung mühsam erarbeitet. Meine Mutter unterstütze ich natürlich finanziell. Durch meine selbstbewohnte Eigentums- wohnung habe ich ziemlich hohe monatliche Abgaben. Aber, das interessiert das Sozialamt nicht. Wer meint, daß alle Abgaben berücksichtigt werden, der irrt: Es wurden lediglich Wohnungskredit, Hausgeld, Heizungkosten, Altersvorsorge, Sterbegeldversicherung, Gewerkschaftsbeitrag berücksichtigt. Da keine anderen Abgaben berücksichtigt wurden, verblieb ein relativ hohes Netto-Einkommen. Abzüglich des Selbstbehalts von € 1.500 verblieben knapp € 800 und die Hälfte = € 400 darf ich nunmehr an das Sozialamt zahlen. Mir verbleiben dann ca. 750 € zum Leben, Autounterhaltung, Versicherungen,etc.

Wie gesagt, ich will nicht jammern - mir geht es gut - aber es ist schlichtweg ungerecht. Diejenigen, die jahrzehntelang brav gearbeitet und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt, keine Schulden gemacht haben, werden bestraft. Mein Vater kann nichts dafür, daß er so schwer erkrankt ist und meine Mutter krebst nun an der Armutsgrenze rum. Und aufgrund meiner finanziellen Lage kann ich sie auch nicht mal mehr groß unterstützen.

Und noch ein Hinweis i.S. Rechtsschutzversicherung: Ich hab die "advocard" (ist Anwalts Liebling). Da das ganze Familienrecht (nicht Sozialrecht) ist, zahlt diese nur eine Beratung. Ein Widerspruchs-/Klageverfahren müßte ich selber zahlen und das kann ich leider nicht. Es bringt auch nichts, weil die Rechts- grundlage klar ist. Der Sachbearbeiter beim Sozialamt war übrigens sehr nett und großzügig.

So, ich mußte hier mal meinem Frust Luft machen - bin immer noch stinksauer.
Kopf hoch an alle, denen es ähnlich geht!!!!
Heide
24.07.2011, 11:11
Hallo Froschfreundin,

Zitat:
Nun wurde ich angeschrieben und zum Elternunterhalt aufgefordert. Ich habe ein gutes Nettoeinkommen und will nicht jammern, aber diesen Lebensstandart habe ich mir in mehr als 30 Jahren Beschäftigung mühsam erarbeitet. Meine Mutter unterstütze ich natürlich finanziell. Durch meine selbstbewohnte Eigentums- wohnung habe ich ziemlich hohe monatliche Abgaben. Aber, das interessiert das Sozialamt nicht. Wer meint, daß alle Abgaben berücksichtigt werden, der irrt: Es wurden lediglich Wohnungskredit, Hausgeld, Heizungkosten, Altersvorsorge, Sterbegeldversicherung, Gewerkschaftsbeitrag berücksichtigt. Da keine anderen Abgaben berücksichtigt wurden, verblieb ein relativ hohes Netto-Einkommen. Abzüglich des Selbstbehalts von € 1.500 verblieben knapp € 800 und die Hälfte = € 400 darf ich nunmehr an das Sozialamt zahlen. Mir verbleiben dann ca. 750 € zum Leben, Autounterhaltung, Versicherungen,etc.Zitat Ende

400 € für Elternunterhalt ist schon ein batzen Geld.

Wenn ich den Beitrag so lese, bekomme ich das Gefühl, dass die Unterhaltsberechnung falsch ist. Du schreibst selbst, das du die Mutter unterstützt, was zum Einem ein Vorteil ist und zum anderen ein Nachteil ist.
Für die Mutter konnte es ein zusätzliches Einkommen sein.

1500 € Selbstbehalt plus die Hälfte von 800 € (400) verbleiben zum Leben 1500 + 400 = 1900 €.

Auffällig ist, dass die Unterstützung für die Mutter nicht berücksichtigt wird.

Liebe Grüße
Heide
H-Gruenspan
05.08.2011, 20:49
Tja; der geldwerte Vorteil der Wohnung ist die größte
Schweinerei; kommt dann schon hin mit den 400.
Der Mieter kann NK geltend machen; der Eigentümer nicht;
nenne doch mal die genauen Zahlen.
BGH hat klar festgelegt dass man seine Immobilie nicht für
den Elternunterhalt verkaufen muß; in der Praxis kann der
Unterhaltspflichtige die Hütte nicht halten

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