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Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Thema: Beruflicher Mehraufwand

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Ratlos
26.11.2014, 12:42
Es geht um die Berücksichtigung der berufsbedingten Aufwendungen, und ich halte die Anfrage selbstverständlich entsprechend der Regeln ganz allgemein:
Berufsbedingte Aufwendungen werden ja normalerweise mit einer Pauschale vom Bruttoeinkommen abgegolten. Gibt es eigentlich schon eine Rechtsprechung oder irgendwo Information oder Tipps dazu, wie es ist, wenn jemand einen festen Hauptjob hat und nebenberuflich Schriftsteller (im Anfangsstadium, wenn auch schon bei Verlagen untergekommen) ist? Das Problem bei einem solchen Fall ist, dass die Einnahmen nicht immer gleich sind. Das wirkliche Problem ist aber, dass in einem Jahr, wenn ein Buch gerade erst startet, vielleicht erst mal jede Menge Ausgaben für Werbematerial, Rezensionsexemplare usw. usw. anfallen, aber die Einnahmen unbekannter Höhe dann erst im Folgejahr oder sogar erst später (der Buchmarkt ist unberechenbar) einlaufen. Hat der Betroffene hier nicht das Recht, auch für dieses im Grunde ja zweite berufliche Standbein eine Pauschale geltend zu machen? Oder wie wird das sonst gemacht? Kann man die Ausgaben am Jahresende addieren und dann dem Sozialamt melden, damit die diese dann nachträglich entsprechend berücksichtigen?
Es ist doch nicht einzusehen, dass das Sozialamt zwar Verluste (die ja Investitionen in kommende Einnahmen sind) ignoriert und nicht berücksichtigt, aber danach und aufgrund der vorherigen Investitionen eintretende Einnahmen selbstverständlich sofort zur Hälfte einkassiert.
marhin
26.11.2014, 13:25
es gilt klar zu unterscheiden, unselbständige Arbeit bzw. Selbständigkeit

dazu die unterhaltsrechtlichen Leitlinien der OLG's:

unselbständige Arbeit:

10.2 Berufsbedingte Aufwendungen, die sich von den privaten Lebenshaltungskosten nach objektiven Merkmalen eindeutig abgrenzen lassen, sind im Rahmen des Angemessenen vom Nettoeinkommen aus nichtselbstständiger Arbeit abzuziehen.
– 4 –
10.2.1 Bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte kann von Einkünften aus nichtselbst-ständiger Erwerbstätigkeit eine Pauschale von 5 % des Nettoeinkommens (Ziff. 10.1) ange-setzt werden. Übersteigen die berufsbedingten Aufwendungen diese Pauschale, so sind sie insgesamt im Einzelnen darzulegen.
10.2.2 Für die notwendigen Kosten der berufsbedingten Nutzung eines Kraftfahrzeugs kann der nach den Sätzen des § 5 II 1 Nr. 2 JVEG anzuwendende Betrag (derzeit 0,30 € pro ge-fahrenen Kilometer) angesetzt werden. Damit sind i.d.R. auch Anschaffungskosten erfasst. Werden die Raten für einen zur Anschaffung aufgenommenen Kredit berücksichtigt, so ver-ringern sich die anrechnungsfähigen km-Kosten.

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Selbständigkeit:

1.5 Bei Ermittlung des zukünftigen Einkommens eines Selbständigen ist in der Regel der durchschnittliche Gewinn der letzten drei Jahre zugrunde zu legen.

das bedeutet, Vorlage der Einkommen-/Überschussrechnung, s. Finanzamt

Bei der Einnahmen-Überschussrechnung wird es dem Freiberufler leichter gemacht, seinen Gewinn anzugeben. Hierbei werden die Ausgaben von den Einnahmen abgezogen und somit ergibt sich ein Gewinn oder Verlust.

Gezählt werden dabei nur die Betriebseinnahmen sowie die Betriebsausgaben, die zur Aufrechterhaltung des Betriebs notwendig sind.
Diese müssen angemessen sein, sonst akzeptiert das Finanzamt sie nicht.
Der eigene Lohn des Freiberuflers gehört dabei nicht zu den Betriebsausgaben, sondern zählt zum Gewinn.
Zahlt sich der Freiberufler also sein Gehalt selbst, so muss er dieses vom Gewinn abziehen.

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falls die Selbständigkeit als "Hobby" ausgeübt wird, dann aus Selbstbehalt zu bestreiten

> die Vorlage beim Finanzamt zählt

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