Elternunterhalt

Wenn Kinder Unterhalt für ihre Eltern zahlen sollen


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Forum Elternunterhalt >> Elternunterhalt >> Altersvorsorgevermögen und z.T. endfällige Hypothek

Thema: Altersvorsorgevermögen und z.T. endfällige Hypothek

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DerWilli
20.10.2014, 14:02
Guten Tag ins Forum,

folgender Sachverhalt:
Der Unterhaltpflichtige bewohnt mit Familie eine verschuldete Immobilie. Die Tilgung der Hypothek erfolgt zum Teil durch monatliche Zahlungen. Ein anderer Teil soll kurz vor dem Rentenalter durch Versicherungsleistungen (LV, DirektV) getilgt werden, damit dann eine durch die Rente tragbare monatliche Belastung übrig bleibt.
Der hier im Forum öfter genannte Unterhaltsrechner ergibt ein Schonvermögen für Altersvorsorge von 144.000 E. Demnach dürfte aber bereits jetzt nichts mehr gespart werden, es wird aber eine deutlich höhere Summe benötigt. Kann der derzeitge Stand der Versicherungen mit den bestehenden Restschulden der selbstbewohnten Immobilie verrechnet werden, damit weiterhin Altersvorsorgesparen möglich ist?
Wenn das Geld statt in die Versicherungen direkt in die Tilgung geflossen wäre, würde das Haus doch auch nicht als Altersvorsorgevermögen gewertet werden.

Ich freue mich über Kommentare/Anmerkungen.
marhin
20.10.2014, 18:03
als guten Einstieg in das Thema Elternunterhalt empfehle ich den Vortrag von RA Hauß
zu beachten ist, der Selbstbehalt für Ehepaar beträgt 2880 €

http://familienanwaelte-dav.de/tl_files/downloads/herbsttagung/2010/Hau.pdf



weiterhin empfehle ich den Unterhaltsrechner von RA Hauß

http://www.anwaelte-du.de/sites/elternunterhalt.htm

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weitere Info's von RA Hauß

http://www.gieseking-verlag.de/downloads/Besprechung_HauBGH_07_08_2013.pdf


marhin
20.10.2014, 23:12
Demnach dürfte aber bereits jetzt nichts mehr gespart werden

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solange der Unterhaltspflichtige noch nicht den "normalen Altersruhestand",
also 65 +, erreicht hat, kann er 5 % vom Brutto bis zur Beitragsbemessungsgrenze Rente,
darüberhinaus 25 % unterhaltsmindernd sparen für die Altersvorsorge

beim Schwiegerkind 10 % bzw. 30 %

es gibt keine Grenze!!!
marhin
20.10.2014, 23:33
das für die Altersvorsorge angesparte Vermögen ist bis zum Beginn des Altersruhestand - 65+ - geschützt

vgl. Urteil des BGH
XII ZR 150/10 vom 21.11.2012

Entgegen der Auffassung der Revision folgt aus dem Senatsurteil vom 30. August 2006 (BGHZ 169, 59, 76 = FamRZ 2006, 1511, 1516) nicht, dass das aufgrund des Abzugs von zusätzlich 5 % vom früheren Erwerbseinkommen zum Zweck der Altersvorsorge angesparte Kapital dem Unterhaltspflichtigen auch nach Eintritt in das Rentenalter dauerhaft verbleiben müsse. Vielmehr kann von ihm erwartet werden, dass er dieses Kapital bei Erreichen der Regelaltersgrenze seinem bestimmungsgemäßen Zweck entsprechend sukzessive verbraucht. Die Umrechnung eines Kapitals in eine Rente ...

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DerWilli
22.10.2014, 13:31
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
Da hatte ich wohl den Unterhaltrechner von RA Haus, Tabellenblatt zum Altersvorsorgevermögen, falsch gelesen, nähmlich immer nur in die letzte Zeile geguckt.
Man kann also bis zur Rente weiter sparen.

Die genannte Verpflichtung zum Verbrauch des Vermögens ab Renteneintritt gilt aber nicht für das selbst bewohnt Haus?

Gibt es eine Verpflichtung, mit dem Vermögen Ertrag zu erzielen? Kann Bspw. eine zuvor vermietete Einliegerwohnung im Selbst bewohnten Haus nach Beendigung des Mietverhältnisses leerstehen?
Oder wird dann eine fiktive Miete dem Einkommen zugeschlagen oder die Kreditzinsen etc anteilig nicht mehr berücksichtigt oder der Wohnvorteil erhöht, weil Selbstnutzung unterstellt wird?

Mit freundlichen Grüßen
marhin
22.10.2014, 14:09
Die genannte Verpflichtung zum Verbrauch des Vermögens ab Renteneintritt gilt aber nicht für das selbst bewohnt Haus?


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die eigengenutzte Immobilie ist immer geschützt, jedoch bei einem schuldenfreien Haus ein Wohnvorteil angerechnet werden, erhöht u. U. das Einkommen





Kann Bspw. eine zuvor vermietete Einliegerwohnung im Selbst bewohnten Haus nach Beendigung des Mietverhältnisses leerstehen?
Oder wird dann eine fiktive Miete dem Einkommen zugeschlagen oder die Kreditzinsen etc anteilig nicht mehr berücksichtigt oder der Wohnvorteil erhöht, weil Selbstnutzung unterstellt wird?


eine fiktive Miete gibt es nicht

entscheidend wird sein, wie dies gegenüber dem Finanzamt dargestellt wird

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